06 Oktober 2005

Freie Assoziationen

Radeln entspannt. Alles möglich zieht an mir vorbei, ähnlich wie beim zugfahren, aber hier ist das Tempo assoziationsfreundlich. Jeder Gedanke hat Zeit hochzukommne und in Ruhe mit der Fantasie in meinem Hirn irgendwelche Verbindungen einzugehen.
Überall Pärchen, der ganz Park ist voller Pärchen die händchenhaltend, mehr oder weniger verschlungen auf den Bänken sitzen==>Aha, es wird Winter. Die haben sich gesucht und gefunden weil sie Angst vor dem Winter haben.
Ein Saxophonspieler am alten Schloss, ein Papagei auf seiner Schulter. Ich radel an zwei Leuten vorbei, die über Selbstverwirklichung sprechen. ==> Man müsste hier einen Film drehen. Der Sophontyp und sein Papagei, immerwieder ein Kameraschwenk zu denen, die ganze Zeit läuft die Saxophonmusik im Hintergrund, wird leiser und lauter. Menschen gehen durch den Park und jeder redet irgendwas von Therapie, Seelsorge der ganze Psychjargon eben. (könnte von Woody Allen sein ==> vielleicht bin ich ja eine deutsche Woody Allen)
Ich fahr an Wildgänsen vorbei, die im Park Pause machen. ==>Mir fällt ein Lied von Grönemeyer ein: "Wenn die Vögel nach Süden ziehn...."
Ein Radler fähr laut singend einen Berg runter.==> Mensch der traut sich was. Der ist bestimmt schon fünfzig. Vielleicht mach ich das auch wenn ich älter und mutiger geworden bin. (hoffentlich hält mich dann niemand für senil)

Neben dem "Enten füttern verboten" Schild stehen Leut und füttern Enten.==> Ist das die Rebellion der kleinen Leute? Anarchie für Anfänger (die Fortgeschritten tanzen vielleicht über den Rasen auf dem das "Rasen betreten verboten" Schild steht Flamenco). Warum füttern Leute eigentlich Enten? Sehen die so hilflos aus? Oder hat das einfach was meditatives, wie Steine übers Wasser hüpfen lassen (was sie ja nicht können, weil die Enten im Weg sind). Aber das fände ich cooler. Ich möchte mal an dieser Stelle vorbei fahren und sehen wie die Leute, mit einem ganz versonnenen Gersichtsausdruch Enten steinigen. (Genau das ist es. Ich mache mich damit selbständig: Entensteinigung en Gros).
Die mulis am Zoo sind weg.==> Schade.
Ich fahr an einem Schwan vorbei, der sich hinter seinen nicht vorhandene Ohren kratz.==> Das Tier wirkt plötzlich menschlich...Warum hat er vorher so erhaben, fast schon nicht-zu-dieser-Welt-gehörend gewirkt?
Die Nordic-Walker sind aus der Sommerpause wieder da.==>Naja bevor die dicken Hausfrauen nen Schlaganfall bekommen und dann tod auf dem Radweg liegen, sollen sie besser im Hochsommer auf den Heimtrainer gehen.
Am Palast der Republik ist weniger los.==> Wann schliesst der eingentlich?
Das Paar, das mir sonst morgends entgegen kommt geht einen anderen Weg entlang.==>Ob die eine Art saisonabhämgigen Arbeitsweg haben. "Komm Harald, heute ist der 4. Oktober, Zeit für den anderen Weg.

1 Kommentar:

cee hat gesagt…

geil... man kann sich wirklich alles vorstellen... die leute die enten füttern sind meine persönlichen favoriten!!!
hab dich wegen predigen gefragt, damit du überhaupt mal wieder nach Bern kommst...! Reithalle ist immer noch super, wir haben schon fast einen Stammtisch nach den Freaks-Gottesdiensten!
Lieber Gruss, Salome