27 Juni 2008

Was mich sauer macht

"Das du das so kannst, mit Behinderten arbeiten. Das ist doch kein Leben, so im Rollstuhl und nicht reden können und so".
Das liebe Nation und Weltbevölkerung macht mich sauer!

Wer bitte sagt denn was "ein Leben", also ab wann darf ich ein Leben als Leben titulieren?
Wenn ich einen Beruf habe, sonst nicht?
Wenn ich gesund bin, sonst nicht?
Wenn ich irgendetwas ideelles, tolles mache, sonst nicht?

Ich betrachte es als Privileg mit "Behinderten zu arbeiten" (das heisst übrigens Menschen mit Behinderung, da der Mensch ja mehr ist als seine Behinderung. )
In den letzten vier Jahren habe ich von diesen Kindern einiges gelernt. Es ist egal, wo ich herkomme, wieviel Bildung ich habe oder wie ich aussehe, welches Auto ich fahr und ob ich reich bin.
Das einzige was zählt ist da sein, leben in allen Fassetten mit allen Emotionen und das kann jeder.
Von Kindern mit Behinderung, teilweise von sterbenden Kindern mit Behinderung habe ich ein bisschen gelernt mich selber nicht so wichtig zu nehmen, etwas mehr über mich zu lachen als mich über meine Fehler zu ärgern und dass da sein manchmal mehr ist als etwas zu machen auch wenn gerade das schwer fällt.

Das liebe Menschheit macht für mich Leben aus, der rest ist Schminke!

Kommentare:

Katja hat gesagt…

Ja! Ja! Ja!

Rahel Thailand hat gesagt…

Sau geil!!DANKE!!

Livingpriest hat gesagt…

ja, das stimmt.
sag mal, braucht ihr da nicht noch nen Schreiner? Nur mal so....

Anonym hat gesagt…

hallo,
ich arbeite auch mit menschen mit behinderung, wenn auch erwachsenen, und es ist nicht nur die mangelnde wertschätzung dem leben gegenüber, sondern alleine schon der erste teil 'das du das so kannst'(also mit 'solchen leuten' arbeiten)macht mich oft wütend.
ich arbeite total gerne im wohnhaus und in der assistenz. das ist nichts schlimmes oder fieses. da muss man nichts 'aushalten' -sondern wie du schon beschrieben hast -da darf leben sein -das leben der menschen dort und auch meins. einfach sein dürfen -ist ein geschenk,

auch wenn du mich nicht kennst,
wünsche ich dir weiterhin tolle tage auf deiner arbeit und dass das lachen dort größer ist und schöner als die trauer, die auch manchmal platz braucht

ano

Anonym hat gesagt…

Amen dazu!

grüße, rahel