17 Mai 2009

Der Kuckuck und der Esel - eine Fabel

Der Kuckuck lies schon seit einiger Zeit seine Jungen von anderen Vögeln aufziehen, hatte er doch etwas besseres zu tun, als ständig hin und her zu fliegen, um Unmengen von Würmern in ständig hungrige Schnäbel zu stopfen. Eines Tages beobachtete er wieder mal wie Frau Zaunkönig sein Küken versorgte und umhegte, als wäre es ihres. Da hatte er eine Idee: „Warum mache ich mir all die Mühe und suche mir Nahrung, wenn die Frau Zaunkönigin und ihr Gemahl doch das gleiche für mich tun könnten?" So wartete er ab, bis sein Kind das Nest der Zaunkönige endgültig verlassen hatte. Er legt sich neben den Baum und rief zum Steine erweichen: „Mutter Zaunkönig, Vater Zaunkönig helft mir ich habe mich verletzt und bin ganz schwach.“ Sofort kamen die Zaunkönige heran geflogen, meinten sie doch ihr Junges wäre zurückgekommen und sei in großer Not. Sie stützten, schoben und hoben ihren angeblichen Sohn und flogen schließlich mit dem Kuckuck in der Mitte zurück in ihr Nest. Da hatte der Kuckuck es gut und lies sich füttern und verwöhnen bis er so fett war, dass er das ganze Nest ausfüllte. Die Zaunkönige begannen sich zu wundern, über ihren immer dicker werdenden Sohn und seine langsame Heilung. Eines Tages, seine Frau war ausgeflogen, kam der Zaunkönig früher als gewöhnlich zum Nest. Da hörte er, den Fuchs mit seinem angeblichen Sohn sprechen „Auf Wiedersehen und lass dich nicht erwischen. Wenn herauskommt, daß du ein Betrüger bist, kann es ein schlimmes Ende nehmen.“ Da lachte der Kuckuck sein typisches Lachen. Da endlich merkte der Zaunkönig welchem Betrüger er aufgesessen war. Er flog laut schimpfend zu seinem Nest und stellte den Kuckuck zur Rede. Alles Erklären und Ausreden half nichts, der Zaunkönig flog mit seiner Frau davon und erzählte im ganzen Wald von den Betrügereien des Kuckuck. Am folgenden Tag kamen Holzfäller in den Wald. Sie suchten die besten und schönsten Bäume aus, auch der Baum des Kuckucks war darunter. Als er sah, daß alle Vögel ihre Nester verließen, wollte der Kuckuck ihnen folgen. Aber er konnte das Nest nicht verlassen, er war genau so groß wie das Nest und die Wände drückten ihm die Flügel an seinen Fetten Leib. Er drehte und wand sich bis er seine Flügel befreit hatte. Er flatterte so schnell und stark er konnte, aber die Flügel waren zu klein um die Last seines dicken Leibes zu heben. Da rief er laut um Hilfe. Die anderen Vögel aber flogen weit von ihm weg und riefen: „Genau das hat uns der Zaunkönig berichtet, wir fallen nicht auf dich Faulpelz herein.“ Da wusste der Kuckuck: Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht und wenn er auch die Wahrheit spricht.

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