25 März 2013

Die Kunst an der Kunst ist es, anderen zu erklären, was Kunst ist


Ich verstehe weder Künstler, noch verstehe ich Kunst. Meist finde ich die Kunst scheisse und die Ansichten von Künstlern, bezüglich ihrer Kunst völlig unverständlich.

Ich könnte sogar noch ein Ausrufungszeichen dranhängen so ernst ist es mir damit.

Es ist mir egal wen Künstler wählen oder welche Ideale sie haben. Dort, in den „Künstlerkreisen“ sind alle politischen und ideologischen Ideale vertreten. - gemalt sehen manche wohl ziemlich albern aus – man stelle sich vor ein Künstler würde alles in den Farben seiner Gesinnung, sei sie nun politisch oder spirituell, malen- Bilder in Baghwan orange, new age bunt oder Nazi Braun – ich befürchte mit Schrecken, dass es das gibt und das es als Kunst in Künstleraugen gilt.

Wenn Oma Schmidt solche Bilder malen würde, wäre es keine Kunst. Denn Oma Schmidt hat nicht viele Jahr auf einer Uni studiert wie man Kunst macht.
Oma Schmidts Bilder wären nett, ansehnlich, ausdrucksstark für eine Rentnerin ihres Alters.
Vielleicht könnte Oma Schmidt auch noch Bilder verkaufen, auf einer Plattform im Internet oder bei ebay. Sie könnte ihre Bilder, Skulpturen ,was auch immer sie geschaffen hat, auch in einer Bank oder bei ihrem Zahnarzt ausstellen. Vielleicht würden sich Menschen für Oma Schmidts Machwerke interessieren, eventuell etwas kaufen, aber es wären keine Kunstkenner die das täten.
Denn und ich zitiere hier Künstler – also Leute die das studiert haben und somit auf jeden Fall Ahnung haben- dann kann man sich in der Szene nicht mehr blicken lassen und man verliert seine Glaubwürdigkeit als Künstler. Haben mir Künstler gesagt.

Ich habe mit verschiedene Menschen gesprochen, die sich Künstler nennen. Sie maßen sich an, Bilder als künstlerisch wertvoll oder nicht zu bezeichnen weil sie es studiert haben!
Es ist also wertvoller, wenn ein Künstler eine Hand malt, weil er es über Jahre gelernt hat. Auch wenn ich das gleiche Ergebnis abliefern könnte, wäre meine Hand nicht so wertvoll.
Jetzt muss der Künstler diese Hand zu einem ordentliche Preis anbieten, weil er über all die Jahre studiert hat und sich deshalb nun auch Künstler nenne darf – im Gegensatz zu Oma Schmidt, die sich zwar Künstlerin nennt, aber keine ist, weil a.) ihre Bilder blöde Blumen darstellen und keine explodierten Gebärmütter, b.) sie den Kram auf ebay verkauft und nicht über eine kleine Galerie in der niemand etwas kauft und c.) sie keinen exorbitanten Preis für ihre Malereien nimmt – das letzte Bild ging bei ebay 15,80 € plus Versand weg.

Und hier herrschen leider Angebot und Nachfrage. Leider sind die wenigsten Menschen in der Lage, den eigentliche Wert eurer Werke zu bezahlen, eure Arbeitszeit, das Material und im besten Fall noch den ideellen Wert des Bildes als Werk.
Welcher null acht fünfzehn Mensch kann das bezahlen?


Das Argument zu den sogenannten Modernen, dass meine siebenjährige Nichte das auch kann, zählt nicht, denn der Künstler könnte ja so malen, dass Oma Schmidt und Frau Meier es erkennen würden, er tut es aber nicht, da er noch was anderes damit sagen will.
Falls die nette Sozialarbeiterin vom Arbeitsamt ihrem Berufsfrust mit wilden Farbbombings auf Stahl Ausdruck verleihen möchte, ist das keine Kunst. Sie kann die traurigen, zornigen und armseligen Gestalten, die tagtäglich vor ihrem Schreibtisch auf- und wieder in ihre Anonymität abtauchen, nicht so zeichnen oder malen, dass man etwas erkenne würde.
Sie hat Sozialarbeit studiert und nicht bildhafte Malerei. Aber sie kann abstrakt malen und falls mir oder dir das Bild gefällt, dann hast du keinen Sinn für Kunst, Du hast das Bild nicht auf einer hippen Vernisage, ins kleinen Schwarze gekleidet, die Champagnerflöte in der Hand, entdeckt, sonder im Wartezimmer deines Zahnarztes den Mund voller Schmerz und Wattwürste.

Ist es Kunst weil der Künstler es könnte, es aber nicht tut,weil er damit was sagen will?
Dann möchte ich hiermit meinen Abidurchschnitt von 3,4 sofort auf eine satte, saftige 1 aufgewertet wissen. Meine Lehrer haben immer gesagt: “Tanja, sie können es doch, warum machen sie es dann nicht?“ Meine Antwort heute:“ Ich will damit was sagen“!

Kunst ist wichtig. Sie bringt uns zum lachen oder weinen, vielleicht macht sie uns zornig, aber sie macht etwas mit uns.
Mir tut es von Herzen leid, dass Banker ein Standardgehalt kriegen und viele von ihnen noch weit mehr als das bekommen, die meisten Künstler aber am sprichwörtlichen Hungertuch nagen - trotz drei Nebenjobs.
Natürlich muss Kunst bezahlt werden und das soll sie auch. Ich bin der Meinung, dass Kunst mindestens genauso wichtig ist, wie das verdammte korrupte Bankwesen. Leider gibt es keinen Mindestlohn für Künstler.


Niemand erschliesst uns Kunst, erklärt sie, macht uns die bizarren Kleksereien zugänglich.

Ich frage mich, ob Künstler, ich meine die unter ihnen, die nicht berühmt und berüchtigt sind, also die armen Künstler, es sich nicht extraschwer machen, in dem sie sich diesen Dogmen unterordnen. (Kunst muss besondere Orte haben, besondere Preise und besondere Kritiker/Liebhaber)

Liebe Künstler, ich will eure Werke sehen, aber ich will nicht auf ein Vernisage im kleinen Schwarzen. Dort muss ich dann so tun, als hätte ich Ahnung und Bilder kraftvoll finden und ausdrucksstark.
Niemand erschliesst uns Kunst, erklärt sie, macht uns die bizarren Kleksereien zugänglich.

Ich möchte Eure Kunst da finden wo ich bin. Auf der Straße, bei Lidl, im Krankenhaus in Clubs und Kneipen.
Ich möchte eure Kunst bezahlen können, wenn sie mir gefällt.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

https://www.facebook.com/KunstimClub?fref=ts

Anonym hat gesagt…

Da hat Kunst und Kirche was gemeinsam. Kunst ist für Künstler ( verständlich ), Kirche für Kirchgänger.