26 Januar 2014

Midlifcrisis


Zu diesem Post ist der liebe Leser und die liebe Leserin eingeladen „Bück dich nach oben“ von Deichkind zu hören.

Offiziell bin ich jetzt im richtigen Alter für eine Midlifekrisis. Das man und seit der Emanzipation auch die Frau von heut nun einmal.
So macht man das.
Man träumt wild als Kind, will Raumfahrer, Meeresbiologin oder Schauspieler werden und wacht mit vierzig im Großraumbüro um die Ecke auf. Aus dem Reiterhof, den man mal besitzen wollte ist eine Eigentumswohnung mit zwei Zimmern in Wanneikel geworden und die endlosen Parties, die man feiern wollte, wenn einem die Eltern endlich nichts mehr sagen dürfen, sind einem komaähnlichen Dauerfernsehberieselungsschlaf an fast allen Wochenenden des Jahres gewichen.

Natürlich übertreibe ich und ich werde auch im Rest dieses Posts übertreiben. Übertreibung ist ein Mittel um Dinge anschaulich zu machen.
Zurück zu meiner Midlifekrisis. Bis jetzt will ich keinen anderen Mann und vermehren will ich mich auch immer noch nicht. Das ist auch ganz gut so, weil ich vor einem Jahr die Entscheidung untermauert habe, indem ich mir das vermehrungsnötige Organ entferne lies. Wenn ich jetzt doch wollte wäre ich ordentlich genutst.
Einen Porsche will ich auch nicht fahren. Und den Wunsch nach ewiger Jugend, steuere ich geschickt am OP-Tisch vorbei, zum dm Regal mit den Antifaltencremes.
Aber ich bin nicht völlig immun gegen die Folgen der Lebensmitte. Ich grüble. Ich denke über den Tod nach, stelle fest dass wirklich Halbzeit ist (wenn ich Glück habe)
Ich frage mich ob alles genau so gelaufen ist, wie ich es wollte. Habe ich den Job, den ich wollte? Check ! Den Mann? Check ! Die entsprechenden Statussymbole, die ich glaube zum Glück brauchen zu müssen? Keine Ahnung was ich glaubte, haben zu müssen. Ich bin zufrieden. Check!
Welche Träume fallen mir ein. die unbedingt noch gelebt werden müssen?
Die Zeit ist knapp. Du stehst auf der Party zu deinem vierzigsten Geburtstag und gefühlte zwei Jahre später wirst du fünfzig. Also carpe diem und carpe noktem.
Ich will nicht, im Alter von siebzig, mit gebrochener Hüfte im Krankenhaus liege und denken "shit, du wolltest unbedingt mal surfen lernen. Falls ich im Alter von siebzig mit gebrochener Hüfte im Krankenhaus liegen muss will ich denken "ok surfen war diesen Sommer das letzte mal".
Ich habe Listen mit Dingen die ich tun will und die werden abgelebt. Trotz Alltag und obwohl ich keine siebzehn mehr bin.
Wenn es nicht alles davon klappt, ist es kein Drama. Aber auf meinem Grabstein soll nicht stehen „sie hatte die Möglichkeiten und verbrachte ihre Zeit vor dem Fernseher“ oder „Sie hat immer getan, was vernünftig war“.
Also zurück zum prallen Leben. Morgen muss ich ein Gliederung abgeben, fertig ist noch nichts aber ich habe gestern Abend getanzt und gefeiert.  

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