16 Januar 2014

Staub, Clusterin und einiges mehr


Vor ein paar Wochen habe ich eine Schreibaufgabe gemacht, die sich Clustering nennt. Mann soll hierbei ein Substantiv  nehmen, in diesem Fall war es Staub und dann alles dazu aufschreiben, was einem einfällt. und dann soll man  etwas dazu schreiben. 
Es ging um Staub. Hier also, ein kleiner Exkurs, was mir dazu einfiel.
Der Mensch ist aus Staub gemacht und wird wohl auch wieder zu Staub, wenn man den Psalmen glauben schenkt. Wer mich kennt, hat sicher schon mit dieser ersten Assoziation gerechnet. Das Thema Tod beschäftigt mich in all seiner Grausamkeit.
Vermutlich mache ich deshalb einen Palliative Care Kurs, stelle mir und anderen Fragen was man denn täte, hätte man nur noch einen Tag zu leben oder wie man denn sterben möchte, wenn wir es schon müssen.
Aber von dieser Assoziation komme ich nach kurzem Verweilen, der liebe Leser muss kurz durchhalten, zur nächsten Assoziation.

Das wir zu Staub werden glaube ich, es dauert aber eine kleine Weile, in der viele Dinge passieren, die unangenehm riechen und erst mal sehr flüssig sind. 
Das wir aus Staub gemacht sind, finde ich weniger vorstellbar, aber selbst Hawkins sieht das so, wenn man alles bis zum totalen Anfang verfolgt.
Hier werden meine Assoziationen also positiv. Ich wende mich dem Leben zu.
Zu de Staub kippt man dann viel Wasser und aus dieser matschig, feuchten Angelegenheit entstand der Mensch. Entweder durch Evolution, dazu brauchte man viel Zeit (der Staub muss auf kleiner Flamme ein paar Millionen Jahre köcheln) oder durch Schöpfung das dauert weniger lange und ist auch nicht so ekelig, ausserdem muss man dann nicht so viel drumherum glauben.
(Viel Spass beim diskutieren)
Beide Wege der menschlichen Entstehung treiben jedoch einem Hygienefanatiker die Panik in die Augen. Das man irgendwie aus Dreck entstanden ist, kann man eventuell noch ignorieren, man hatte schliesslich nicht aktiv etwas damit zu tun. Wenn man aber nun sein ganzes Leben gegen all den Dreck und die darin lebenden Keime, Bakterien und Sporen angeputzt hat, muss eine riesige Niederlage sein, sich bewusst zu machen, dass man genau das wird.
Auch das hygienischer Verbrennen ist keine wahre Alternative, denn übrig bleibt Asche und Asche ist Staub und den muss der nächste dann wieder wegputzen.
(O.K. ich war kurz wieder beim Tod, aber jetzt assoziiere ich mich davon weg.
Die Reinlichkeitsfanatiker müssten zum Putzmittel werden. Aus Staub bist du gemacht, gegen Staub kämpfst du dein Leben lang an und zur Belohnung all deiner Mühsal wirst du, am Ende eines reinlichen Lebens zum Reiniger aller Reiniger... Dein Nam sei Staubex.

Vermutlich wäre des der Wunsch meiner Mutter. Am Ende eines arbeitsreichen Lebens zum ultimativen Putzmittel zu werden, anstatt zu Staub. Als ich Teenager war sollte ich ihr ab und zu in der Wohnung helfen. Zwei mal wöchentlich musste Staub gewischt und Staub gesaugt werden und es geschah ohne das Staub auf den Möbeln lag.
Es war, glaube ich heute, eher ein Signal an den Staub, eine Botschaft „schau hin, wenn du dich auf diese Bücherregal legst, Staub geschieht genau das mit dir. Du wirst weggewischt. Also geh besser gleich zu den Nachbarn und leg dich da ab."
Staub war immer schlecht für das Hausfrauenherz meiner Mutter. Sand, der eigntlich nichts anderes ist als großer Staub, wurde in seinem natürlichen Terrain, akzeptiert und geduldet. 
Sand war wie ein wildes Tier. Am Strand war toll und konnte nicht fein genug sein, sobald er ins Haus kam war er widerlich. Wie ein Tiger. Der ist im Dschungel toll, aber bei dir zu Hause bringt er dich um. Deshalb war der einzige geduldete Sand bei uns, der in der Eieruhr. Was der Zoo für den Tiger ist, war die Sanduhr für den Sand.
Wen meine Mutter einen Film sieht, in dem ein großes Haus zu sehen ist, möglichst mit viel Glas, ist der erste Satz „oh Gott, da muss man aber viel putzen.“
Ich überlege ihr eines Tages mal Thelma und Luise zu zeigen. Die  Strecke die, die beiden Frauen auf staubigen Landstrassen verbringen ist für meine Mutter, was Nightmare on Elmstreet für mich als Kind war.
Überall lauert der Staub und die Frauen fahren ohne Verdeck!!! das ist als ob man in ein Nest altmodischer Vampire geht und Knoblauch und Kruzifixe vergessen hat. ich meine die Art Vampire, bei denen Knoblauch und Kruzifixe noch wirken nicht die Mormorglitzerboys von Stephanie Meyer.
Der aufmerksame Leser wird bemerkt haben, dass ich bis jetzt über den Staub zum Tod zurück zum Staub, von dort aus zum Leben wieder zurück zum Staub und dann direkt zur Putzneurose meiner Mutter assoziiert habe.
Von hier aus geht es ohne die Rückfahrt zum Staub auf direktem Wege zur Hygiene und der Abhärtung gegen Krankheiten.

Man hat festgestellt dass die Ostkinder, nach dem Mauerfall weniger Allergien hatten, als die Westkinder. Das lag nicht daran, dass der Sozialismus eine universelle Krankheitsbarriere für seine Mitglieder, freiwillig oder unfreiwillig bot. Es waren die Putzmittel. Die liebende Westmutter hatte Krankheit und Seuchen von ihrer Brut fernhalten wollen und damit genau das Gegenteil bewirkt. Der Kinderkörper konnte sich nicht gegen Keime abhärten, die er nie kennen gelernt hatte und war somit fast völlig ungeschützt gegenüber allerlei Alltagsdreck und Krankheit. Darauf folgte eine Überreaktion in Form von Allergien, die wiederum als Anlass genommen werden mussten um das Kind vor Allergieauslösern zu schützen.
Die arme Ostmutter hätte das bestimmt auch gerne getan, es gab aber keine Spezialreiniger gegen Spezialdreck jeglicher Art wie im Westen. Die Ostreinger waren wie das Motto der Musketiere „Einer für Alle“.
Ich vermeide jetzt Themen wie „Häufiges Antibiotika nehmen führt zu Resistenzen und dann stirbt man jung am Schnupfe“, die in der Assoziationskette Sinn ergeben würden. Ausserdem wäre ich dann auch bei meinem Lieblingsthema Tod, das ich hier nicht unnötig ausbreiten möchte. Nein ich gehe direkt weiter.

Wiederstand und Abhärtung
Wer mal nicht putzen und reinhalten will, weil er verstandne hat, dass man sich abhärtet indem man sich aussetzt, sollte aufhören sich nach dem Toilettengang die Haände zu waschen. Wer sich das nicht traut, kann auch die Bonbons nehem, die der freundliche Restaurantbesitzer an der Theke stehen. Da sind die gesammelten Keime all derer dran, die genug Mut hatten sich nach dem Toilettengang nicht die Hände zu waschen.
Wer den Mut hat, seinen Organismus der geballten Dreck- Viren- und Bakterienfront zu Verfügung zu stellen, kann natürlich mal durch eine Kläranlage schwimmen oder und das ist für die Nase nicht so schlimm, die alle Einkaufswagen bei Ikea ablecken. Wer das ganz aber mit netten Ambiente möchte sollte nach Vegas gehen. 
Da hast du alles. Den Staub und jede Menge Gegenstände, die viele schon vor dir angefasst haben. Ich glaube, dass hier nicht die Meisten sonder Alle vergessen sich die Hände nach dem Pinkeln zu waschen. Wenn draussen all die schönen und bunten Maschinen stehen, die all das schöne Geld haben, ist Hygiene das letzt an das man denkt.Das Geld für die Slotmaschinen, war in Millionen von Händen und die Chips fürs Roulette auch und überhaupt alles. Wenn man das überlebt, kann einem auch Ebola nichts mehr anhaben.

Kommentare:

die Vorgärtnerin hat gesagt…

okay.
dann ist ja jetzt alles klar.
wie hast du es geschafft, derart lange Zeilen zu schreiben?
bei mir kommt irgendwann immer ein Zeilenumbruch.
Sogar in dem Blog, der die Rubriken und das Zeugs auf der linken Seite hat = also nach rechts offen ist.

crazy daisy hat gesagt…

juhu, ich bin ein Ostkind :-)

mesii hat gesagt…

Tja Frau Vorgarten ....
Das ist mir auch ein Rätsel ....Im ursprünglichen Text sieht es auch anders aus ....