11 Februar 2014

Nomen est Omen

Namen machen Leute und spätestens seit Cindy aus Marzahn weiß ich, was man einem Kind alles mit den Namen antuen kann.
Das moderne Kind hat zwei Namen, die dürfen auch kurz sein. Das ganz moderne Kind Kind hat drei, auch gerne kurz gehalten.
Man ist zwar besonders, lässt es aber nicht so raushängen.
Wie nennt man denn jetzt ein Kind?
Jeder macht sich Gedanken, welchen Namen er nun den ihnen anvertrauten geben möchte. Sogar bei Haustieren legen sich die Leute ins Zeug. Helge Schneider findet "Orang Utan Klaus! Das ist doch kein Name für eine Katze!". Ich stelle die Gegenfrage " ist Muschi denn ein guter Name für eine Katze ?"
Zurück zu den Menschen.
Wie nennt man nun also sein Kind? Es soll was Besonderes sein, was Ausgefallenes, nichts Gewöhnliches aber auch nichts Extravagantes.
 Man will nicht eingebildet wirken und das Statussymbol Kind gleich mit dem Namen als solches deklarieren. Man sollte da schon gewitzter sein. Wie  Louis Vuitton mit den Tasche. Da hängt der Zettel auch nicht draußen, aber der markenbewusste Käufer weiß gleich "die war teuer" . Der Kenner kann sogar unterscheiden zwischen "echt" oder "Türkei" .
Das kann man bei Kindern nicht. Die kommen mit ihren Namen daher und man hat rums seine Meinung ohne Indizien.
Kannte man mal einen Maximilian der böse war, so hat der neu getroffene Maximilian schlechte Karten.
Kennt man eine wundervolle Michaela, hat die neue Michaela trotz Achselschweissgeruch einen Bonus.
Ich kenne jemanden der zum zweiten Mal mit einer Frau zusammen ist, die wie seine Schwester heißt. Was auch immer das wohl bedeuten mag, ich deute ich mal lieber nichts.
Ich heiße wie die meisten Frauen, die 1973 geboren wurden,Tanja. Das ist mehr ein Sammelbegriff, als ein Name.
 Man könnte mittlerweile eine Zeitung danach benenne, oder die  Brigitte umbenennen. Damit die neue Generation der Leserinnen sich wiederkennt.
Was man mit Tanja assoziiert weiß ich nicht. Vielleicht kennst du eine garstige, böse Tanja oder eine ganz liebe und nette oder du kennst Keine.
Als Kind fand ich den Namen doof. Ich war überzeugt davon, dass ich mit einem anderen Namen auch ein anderes Leben hätte. Ich wollte Susanne heißen.
Wie wundervoll wäre mein Leben als Susanne gewesen. Ich hätte langes, hellblondes und wild gelocktes Haar gehabt, nicht die glatten Schnittlauchdinger, die mir vom Kopf gingen. Außerdem wäre ich klein und zierlich gewesen. Ich war lang und dürr. Aber dass Beste wären die Balletstunden und die Stiefeletten gewesen. 
Natürlich hätte ich nur nette Freundinnen gehabt und nie hätte jemand mit mir geschimpft, weil ich immer ganz entzückend gewesen wäre, auch wenn ich nicht entzückend gewesen wäre. 
Ich habe die optische Susi mit dreißig kennengelernt. Sie sah exakt so aus, klein, blondgelockt und ganz niedlich. Sie hieß Helga und sie war eine Tyrannin. Das lag bestimmt am Namen. Als Susi wäre sie auch noch niedlich und nett gewesen.

Da ich mit vierzig sehr sicher bin, nicht genug zu schrumpfen um klein gefunden zu werden, meine Haare eben glatt und braun sind und ich auch mit fünfundvierzig Kilo die gleiche Knochenstatur haben werde, die ich jetzt habe, muss ich wohl damit leben, dass Susi zu heißen nicht in Frage kommt .
Ich bleib bei Mesii. Allerdings erweckt das bei einigen die Assoziation, dass ich in einer Müllhalde lebe, was nicht stimmt. Mesii kommt NICHT von messy , meine Mutter hätte das in meiner Pubertät anders gesehen, aber die ist nun wirklich vorbei. Die Pubertät nicht meine Mutter.
Falls jemand aber einen total tollen Namensvorschlag hat - ich bin offen. 

Kommentare:

die Vorgärtnerin hat gesagt…

Haha, über sowas hab ich auch schon oft nachgedacht.
Kannte mal eine Ira, sie hat mich jedes Mal zur Weißglut gebracht.
Ira = lateinisch für Zorn.
Komisch, oder?

die Vorgärtnerin hat gesagt…

die Namensbedeutung wusste ich zum glück noch nicht, als ich mit ihr zu tun hatte.
Das hätte mich wahrscheinlich endgültig aus der Fassung gebracht.

mesii hat gesagt…

Ach Frau Vorgärtnerin,

wie sehr ich Deinen Humor liebe!!
Du belebst echt jedes mal mein Herz.