31 Oktober 2014

Ich bin dann mal weg.

Entgegen meiner Gewohnheit täglich zwischen sechs und fünfzehn mal meine mails, emails, social media accounts und diverse Zeitungen und Videos zu checken, wird das ab morgen auf einmal täglich reduziert.
Ich bin dann mal weg.
Wenn ich meine täglich im Internet verbrachte Zeit zusammen rechne komme ich auf ein bis zwei Stunden täglich. Kein Wunder, dass ich keine Zeit habe.
Der November wird der Monat meiner Internetdiät. Für die nächsten 30 Tage nutze ich meine Zeit zum Schreiben.
Zum dritten mal mache ich den NANOWRIMO mit. Am 30. November müssen 50000 Wörter geschrieben sein - die länge eines durchschnittlichen Romans.
Da ich ohne Druck schwer kann, ist der Wettbewerb gegen mich selbst, meine beste Chance etwas zu schreiben, was ich überarbeiten kann und aus dem mal ein Buch werden könnte.
Ich trete gegen mehrere Gegner an und alle wohnen in meinem Kopf. Da ist nicht nur ein innerer Schweinehund, es ist ein Rudel.
Der Alphaschweinehund  sagt mir, dass ich fantasielos bin, dass die Geschichte keinen Sinn macht, dass ich schon witziger war und dass ich besser aufgeben soll.
Sein Rudel fragt, wann ich denn mal spielen komm, da gibt es Bücher zu lesen, Serien zu schauen ( am Besten am Stück ) und Freunde zu treffen. Sie erwähnen stetig meinen Mangel an Kultur und Bildung und winken mit dem Loopsheft für Stuttgart.
Und das Schwinehunderudel hat Flöhe. Die kriechen ins Ohr und sagen:" nur kurz Facebook checken, kurz die mail schreiben, kurz die sms beantworten!"

Falls ich das Rudel und die Flöhe besiege, schaffe ich nicht nur einen Roman, sondern auch ein erhöhtes Schreibtempo, die Rückgewinnung eines gesunden Umgangs mit den sozialen Medien und der Informationsflut des Netzes.
Liebe Freunde ich ich bin weg.
Ich hoffe wir bleiben Freunde.

24 Oktober 2014

Schämen

Manchmal schäme ich mich.
Das passiert. Ich schäme mich für Dinge die ich gesagt habe oder ich getan habe. 
Ich versuche mich dann zu entschuldigen, wenn ich damit andere verletzt habe. Wenn ich nur peinlich war, singe ich ein Lied. Das hilft mir nicht weiter um meine Peinlichkeiten zu kreisen und was vernünftiges zu tun.
Manchmal, wenn ich gedankenverloren einer Tätigkeit nachgehe, die nicht viel Aufmerksamkeit erfordert, weil sie Routine ist, erinnere ich mich an ganz alte Geschehnisse und was ich da gesagt oder getan habe.
Das ist mir dann so peinlich, dass ich nachträglich rot werde und wieder schnell was singe. Singen hilft gegen schämen. Manchmal pfeife ich nur, aber das hat den gleichen Effekt.

Dann gibt es Gruppen zu denen ich gehöre und derer ich mich öfter schäme. 

Nicht alles, was tun ist falsch, nicht alles ist peinlich. Manche von ihnen sind immer peinlich, aber nicht alle. Jedenfalls kann ich die nicht wegsingen.
Aber ich muss oft Stellung zu ihnen beziehen. Entweder weil man mich auf die Gruppenzugehörigkeit anspricht oder weil es mir so peinlich ist, was jemand gemacht hat, dass ich mich und den Rest der Gruppe gegen ihn abgrenzen will.

Die erste Gruppe ist die der Krankenpflege. Ich habe schon in einem anderen Post darüber berichtet, dass der Chefarzt nicht unser Chef ist, wir nicht bei der Caritas einen sechswöchigen Kurs besucht haben und dass wir nicht in diesem Beruf sind weil wir Ärzte heiraten wollen und allgemein promiskuitiv sind.

Ich möchte noch näher auf das Thema eingehen. Ich schäme mich der Kolleginnen und Kollegen, die sich nicht für Patienten interessieren, diese respektlos behandeln und sie bloßstellen ( siehe Zeitungsartikel zum Thema Selfies mit Patienten).
Ich schäme mich für die Dummen unter uns, die glauben Blasen und Nieren Tee wäre ein Till Schweiger Scherz und zwei Ampullen Vitamin B6 bringen weil sie die Ampulle Vitamin B12 nicht finden konnten.
Ich möchte mich für die unter und entschuldigen, die immer nur tun, was der Arzt sagt und meinen deshalb nicht mitdenken zu müssen.
Aber die Meisten von uns sind verantwortungsbewusst und behandeln ihre Patienten mit Respekt und Würde. Wir denken nach, bilden uns fort und verstehe uns als Teil des therapeutischen Teams.
Und auch die, die dumm handeln sind nicht nur dumm, jedenfalls sage ich mir das immer.

Die andere Gruppe zu der ich gehöre, ist die Christenheit  und da gibt es eine Menge zum schämen.

Denn hier ist zuerst, die Vergangenheit des Christentums ganz vorne zu nennen - ich meine die Hexenverfolgung, die Kreuzzüge und das Schweigen im Dritten Reich -.
Allerdings hat sich auch die Krankenpflege in ihrer Geschichte nicht Ruhm bekleckert, aber das wissen die wenigsten und so muss ich mich nur wegen meiner "frommen Vorfahren" rechtfertigen und nicht auch wegen meiner pflegerischen.
Aber gehen wir in die Gegenwart, findet sich im christlichen Bereich ein bunter Strauss an Schämbarketeiten: Fromme Sprache im religiösen kontext, die kein Laie aka nicht-Kirchgänger versteht, amerikanische Fersehprediger die sich bereichern wollen " einen fröhlichen Geber hat Gott lieb und wenn du 10% deines Einkommens gibst, bekommst du es mindestens 30fach wieder", Frauenfeinde - die Frau aber wird selig, dass sie dem Manne untertan sei und Kinder gebärt, weil das ihre Lebensaufgabe ist" -,  Homosexuellenhasser " die vergewaltigen alles Kinder und Schaafe " und so vieles mehr.
Und da gehöre ich zu. Ich vertrete zwar keine dieser Ansichten aber ich glaube an den gleichen Gott ( was mir von ihnen vermutlich abgesprochen wird, da ich die Ansichten nicht vertrete ).
Ich glaube, dass Jesus für die Sünden, Verfehlungen, Schmerzen und Leiden dieser Welt gestorben ist. Ich glaube, dass er jeden liebt ( auch die, die mich aufregen und die ich nicht geliebt kriege), jedem helfen möchte und das Beste ist, was mir jemals passiert ist. Weitere Infos gerne auf Anfrage. 

17 Oktober 2014

Bin ich eine oder bin ich keine?


Was macht einen Schriftsteller aus? 

Veröffentlichungen? Literaturpreise? Eine Besprechung im Literarischen Quartett? 
Stephen King wusste schon sehr früh, dass er Schriftsteller ist, er verfasste Geschichten sobald er in der Schule Schreiben gelernt hatte.
Wir haben eine Gemeinsamkeit, Herr King und ich. 
Den Wunsch zu schreiben, hatte ich schon immer. Den ersten Versuch, startete ich etwa im Alter von acht Jahren. Ich hatte zuvor eine Geschichte über eine kleine Katze gelesen, die Abenteuer erlebt.
Ich erfand darauf hin eine Geschichte über einen kleinen Hund, der Abenteuer erlebt.
Das nächste, an das ich mich erinnern kann, war der Wunsch über meine Uroma zu schreiben. Ich war elf. Es sollte ein ganzes dickes Buch werden. Ich kann mich nicht erinnern, ob ich über die erste Seite hinausgeschrieben habe, allerdings weiss ich noch, dass ich mehrfach das Wort "eigentlich" verwendete.
Wie etwa " sie ist eigentlich alt, benimmt sich aber jung" oder " sie hat nicht studiert, ist aber eigentlich sehr schlau."

In meiner Pubertät wollte ich schreiben wie Anne Frank oder Susanne E. Hinton. Beides waren junge Autorinnen. Sie waren weiblich und sie mussten nicht steinalt alt wie Goethe werden.

Ich habe es keiner der beiden Autorinnen nachmachen können.
Ich habe weder mit sechzehn mein erstes Buch geschrieben wie Frau Hinton, noch haben sich meine Tagebücher millionenfach verkauft, wie die von Anne Frank, ausserdem lebe ich noch.

In Deutschland gilt man erst als Autor, wenn man etwas veröffentlicht hat, dass käuflich erworben werden kann, am liebsten als Paperback -der ultimative Beweis, dass man mehr als ein Buch verkauft hat und von der Schreiberei leben kann.

Wenn man noch nicht veröffentlicht hat, sollte man wenigstens Germanistik studiert haben oder als Journalist tätig sein.
Nach diesen Kriterien, bin ich kein Autor.

In Amerika ist das anders. 
Dort reicht der Wunsch zu schreiben, die Fähigkeit einen Stift zu halten oder mit dem Computer umgehen zu können aus, um sich Autor zu nennen und ernst genommen zu werden.
Wie angenehm, wie ermutigend.
Allerdings gilt auch dort: Wer schreiben will, muss schreiben.

Ich habe Jahre lang davon geträumt zu schreiben und es nicht getan.

Die Zeit fehlte. Ich hatte keine zwei Stunden am Tag um zu schreiben. Ich schaffte es einfach nicht, wir John Grisham um fünf Uhr im Büro zu sitzen und zu schreiben bevor der Betrieb losging.
Ab und an ein Schreibseminar zur Eigenermutigung musste ausreichen.

Und dann wurde mir ein Ipad geschenkt. Zum Geburtstag, weil ich doch schreiben will und weil sie anscheinend glauben, dass ich das tun sollte - mein Mann, meine Freunde und die Familie.


Seitdem höre ich Podcasts. Einer hat mich sehr ermutigt - die Schreibdilettanten. Die Jungs haben "normale" Berufe, von denen sie leben können und sie haben den Traum eines Tages vom Schreiben leben zu können.

Sie geben Tips zum Schreiben, Plotten, Schreibprogrammen für Schriftsteller, Lesetips und mehr. 
Ich habe gelernt, dass man jede Minute zum Schreiben nutzen kann. Ich brauche keine Stunden, die ich mir mühsam freischaufle, fünf Minuten geschrieben sind besser als garnicht geschrieben und wenn ich fünf Minuten sitzt, habe ich plötzlich doch mehr Zeit, als ich dachte.

Natürlich wünsche ich mir, dass ein Buch von mir gedruckt und von vielen Menschen gekauft und gelesen wird. Selbstverständlich wäre es traumhaft vom Schreiben leben zu können. 

Ob das, was ich schreibe gut genug ist? Es gibt grottenschlechte Bücher, die verlegt wurden und wundervolle Romane, die niemand verlegen will.
Um veröffentlicht zu werden braucht man ausser Talent auch viel Glück. 

Am Glück kann man nicht schrauben aber man kann seine Sachen verdammt gut machen. 

Ab wann ist etwas gut? Ist etwas gut wenn die aktuellen Experten es als gut einstufen? Dann wären uns vermutlich viel Musikrichtungen, Malereitechniken und auch Bücher vorenthalten worden.Ich glaube, dass viel zu viele Talente brach liegen, weil wir Angst haben als nicht gut genug bewertet zu werden.
Aber das macht nicht aus ob ich mich Schriftstellerin nennen darf oder nicht.
Ich schreibe. Ich schreibe täglich und ich schreibe so gut ich kann und das macht die Bezeichnung Schriftstellerin aus.

10 Oktober 2014

Laufen und Schnaufen die Dritte

Wie das Laufen so läuft willst du wissen?
Ob ich mich jetzt aufwärme, bevor es losgeht?
On ich schon zehn Kilometer am Stück gelaufen bin?
Wie schnell ich bin?

Das Laufen läuft gut. Ich habe mir auf der runners point Seite einen Trainingsplan runtergeladen. In drei Monaten zum zehn Kilometer Lauf.

Jede Woche steigert sich die Länge der Läufe und die Herzfrequenz mit der ich laufen soll. 
Das fängt ganz langsam an. Also hatte ich keine Sorge vor der ersten Trainingseinheit. Zwanzig Minuten später machte ich mir welche. Ich sollte nach zehn Minuten im langsamen Aufwärmtempo zwanzig Minuten lang mit meiner Maximalfrequenz laufen. Nach fünfzehn Minuten hatte ich das Gefühl, meine Lunge läuft vor mir her, währende meine Beine weit hinter mir laufen.
Die Beine waren müde und die Lunge wollte ankommen. 
Als Krankenschwester gingen mir die diverse Krankheitsbilder durch den Kopf, auf deren Zenit, ich mit einem Schlauch im Hals mitten im Park lag und diverse Rettungssanitäter um mich herumsprangen.
 "Es könnte eine Lungenspastik sein, immerhin reagiere ich auf Gräser und Pollen."
"Es gibt auch Menschen in meinem Alter, die einrn Herzinfarkt haben."
"Hoffentlich wird das kein Schlaganfall."

Zu Hause angekommen war ich stolz wie Bolle Auf mich, weil ich a) überlebt hatte ohne Notarzt, b) genau nach Plan gelaufen war und c) die Einheit der zweiten Woche absolviert hatte.

Wer lesen kann ist klar im Vorteil.

Meiner Wade geht es gut, seit ich mich aufwärme und nun doch so richtig richtige Laufschuhe besitze. Ich habe mich von meinen der-Joey-Kelly-läuft-auch-mit-Deichmann-Tretern getrennt und Laufschuhe für den professionellen Hobbieläufer gekauft.

Bei Shoe ans Sole habe ich eine Laufanlayse bekommen. Da wurden die Füße ausgemessen, der Laufstil per Kamera analysiert und verschieden Laufschuhe an meinen Füßen, während des Laufens, gefilmt. Meine Füße sind Stars und so sehen die Schuhe aus, Rosa und türkis Metallic. Wie ein Autoscooter auf dem Wasen.
Ich habe noch nie so viel Geld für Schuhe ausgegeben 140€, das sind drei Paar Deichmanntreter.
Dank Aldi kann der Laufherbst kommen, ich werde mir den Weg durch die Dunkelheit in Pink und Knallgrün erlaufen.
Und meine Trainungserfolge? Bis jetzt wird es ein Kopf an Kopf Rennen mit dem Besenwagen.
Aber ich laufe. Meine Waden sind unauffällig, die Knie machen mit und die Lunge sorgt für adäquate Sauerstoffversorgung.
Es bleibt spannend.

P.S.im Februar will ich in Göppingen zehn Kilometer laufen.

03 Oktober 2014

Gewichtsnorm

Man kann seiner Drogensucht davonrennen, dem Krebs entkommen oder ganz schlicht dem Übergewicht den Garaus machen.
Diverse Krankheiten, wie Bluthochdruck und Diabetes werden erfolgreich durch Sport und Gewichtsabnahmen verhindert.
Letzteres ist keine Headline wert, ist aber eine Erfolgsstory. Eine Headline wären die Menschen, die an ihrem Diabetes, Bluthochdruck und Arterienverkalkung versterben.
Weil Sport kein Mord ist. Sport ist gesund und hält fit und setzt ganz tolle Endorphine ( ähnlich wie Kokain ) frei und es verändert das Denken und überhaupt alles.
Herzbeutelentzündungen, weil man trotz Grippe und gegen den Rat des Mediziners gelaufen ist, zählen nicht. Magenschleimhautentzündungen, weil der Hobbyhochleistungssportler Schmerzmittel in Ratiopharmaktien steigernden Dosen zu sich nimmt, haben mit dem Sport an sich nichts zu tun.
Sport ist gut und kein Sport ist schlecht. Dick sein ist falsch und dünn sein richtig. Zu dünn gibt es nicht und Fettleibigkeit fängt bei Kleidergrösse 44 an. Kleidergrösse 40 ist der Beginn von Übergewicht.
Wer sagt das ?
Die Gesellschaft! Der Grossteil der Gesellschaft. Und bitte lieber, Leser liebe Leserin, komm mir nicht mit den Medien, die uns das vorschreiben. Wir kaufen diese Medien, wir wollen diese Meinung lesen hören und sehen. 
Der Durchschnitt der Gesellschaft ist übergewichtig und treibt selten Sport, will aber nicht hören, dass es ok ist so zu leben, sonst würde die Medien darüber schreiben müssen. Wir sind übergewichtig, sportlos und wir wollen hören wie lebensgefährlich das ist. Ein Leben am Limit.

Trotz Fett, Tabak und Alkohol wird der Durchschnittsdeutsche, siebenundsibzig Jahre alt.

Natürlich können jetzt böse Zungen sagen dass die Fett-Sprit-Tabak-kein Sport-Bevölkerung sehr jung stirbt und die Sportasketen saumässig alt werden und sich der Schnitt daraus errechnet.

Denn wenn immer mehr Menschen unsportlich und dick sind, müssen proportional dazu immer weniger Menschen sportlich schlank und aktiv sein. 


Die Durchschnittsfrau trägt Kleidergrösse 42 - 44, damit sind alle Frauen, die nicht mindestens ein Meter Achtzig gross sind, fett per Gesellschaftsdefinition.


Und ich hänge mittendrin. Ich zum dritten oder vierten Mal ernsthaft ab, versuche mal wieder regelmässig Sport zu machen und frage mich wann ich mich schlank und fit finde.

Denn hier geht es zwar auch um das Wohlfühlgewicht, aber auch ich bin zahlenhörig. Wenn ich mich bei xy,yx Kilo schon wohl fühle, aber die Zahl auf der Waage noch gefühlt zu gross ist, werde ich dann zufrieden sein? Oder bin ich erst zufrieden, wenn die richtige Zahl auf der Waage erscheint?
Warum finde ich meine übergewichtigen Freundinnen schön und perfekt, wie sie sind und kann gleichzeitig völlig unzufrieden mit mir selbst sein?
Ich bin begeistert über Modenschauen für Plus-Size Frauen und über den Fatkini ( wobei ich den Namen nicht mag ).
Sind übergewichtige Menschen krank? Immer ? Ab wann ist man dick? Wann fühlst du dich hässlich?