22 November 2014

Novemberpläne - Zwischenbericht

Da sich der Monat dem Ende zuneigt, ist mein Projekt 50000 Wörter im November zu schreiben auch fast vorbei.
Der Plan war weniger Medien und mehr schreiben.
Was wurde daraus?
Ich habe es geschafft. Medial gesehen. Ich sehe einmal täglich nach meinen mail und ich schauen auch nur einmal täglich nach meinen Freunden auf Facebook. Reicht alles. Sogar die sms beantworte ich nicht sofort und ich lese sie auch nicht direkt. 
Ich habe oh wunder Zeit. Viel mehr Zeit und ich bin entspannter, fühlt sich jedenfalls so an. Das soll so weitergehen, auch im Dezember. Vielleicht mache ich da sogar mal einen medienfreien Tag? Der Gedanke ängstigt mich jedenfalls nicht. Anfang November hätte er mir den Schweiss auf die Stirn getrieben.
Was die die Schreiberei angeht - ich wollte schneller werden und 500 Wörter in einer viertel Stunde schaffen - ich bin schneller aber nicht da, wo ich hin wollte. Wobei 350 auch nicht schlecht sind, für mich.
Aber ich liege heute zurück.... Wenn ich täglich 1667 Wörter schreiben soll, damit ich bei 50000  ende, liege ich einen Tag zurück. Einen Tag und einen Blogpost, den ich statt Freitag am Samstag reinsetzte.
Ich hatte eine tolle Idee über was ich schrieben könnte, aber ich meine Geschichte spukt mir durch den Kopf und die doofen Protagonisten und Antagonisten tun nicht was sie sollen. Sie verändern einfach die Geschichte.
Vermutlich muss ich den ganzen, schönen Roman noch mal neu schreiben, damit er Sinn macht und die Figuren sich ordentlich verhalten.
Vielleicht habe ich wegen dieses Fehlverhaltens eine Schreibblockade? Schreibblockade hört sich auf alle Fälle besser an als, " mir ging wie immer auf halber Strecke die Energie aus " oder " ich habe meine Figuren nicht im Griff ". Heute muss ich also noch ranklotzen und meine Charaktere zurück in ihre Bahnen lenken.
Zur Belohnung gibt es Kürbissuppe.

14 November 2014

Und dann sind sie plötzlich alt

Alt werden unsere Eltern schon immer, seit ihrer Geburt um genau zu sein.
Aber wirklich Alt? Meine Mutter war schon immer älter als ich - 33 Jahre älter und das ändert sich nicht, der Abstand bleibt, jedenfalls in Zahlen.
Es gab eine Zeit da hatte ich den Eindruck mit meinen Eltern auf einem Level zu sein. Wir waren einander ein Gegenüber. Ich wurde endlich ernst genommen, nicht belächelt, nach dem Motto " das wächst sich noch aus".
Jetzt habe ich sie irgendwie überholt. Aus der Frau die mir sagten, dass ein Blazer bei minus fünf Grad zu kalt ist, auch wenn eine Jacke warm aber uncool ist, wurde .... Ja was wurde aus ihr?
Sie ist alt. Sie hat Schmerzen. Der Körper ist eine Baustelle, wenn nicht das Herz muckt, zicken die Knie, der Rücken oder die Niere.
Sie will lange schlafen aber ihr Kopf lässt sie nicht,  der ist all die Jahre der frühen Aufstehens gewöhnt. Sie ist nicht mehr so schnell wie früher, wie auch mit den Knien, dem Rücken und dem Rest der Baustelle Körper.
Und dann ist da der Kopf, der ist nicht alt. Der ist fit und agil und will noch so einiges. 
Aber auch der hat sich verändert.
Sie ist nicht milder geworden, was man dem alt werden allgemein unterstellt. Sie ist hart. Hart gegen sich, weil der verdammte Körper nicht will und hart gegen andere, weil die nicht so machen wie sie machen würde, wenn der verdammte Körper nicht wäre.
Sie trauert der verlorenen Schönheit nach und befindet, dass es win weiterer Grund ist nicht aus dem Haus zu gehen.
Wann ist sie so alt geworden?
Ich erinnere mich, dass sie sich über ihre Mutter ärgerte, die ständig Angst hatte nicht genug Geld zu haben. Jetzt muss ich mir anhören wie arm sie ist und dass sie sich kaum was leistet und sie könnte, aber da ist ja der Körper und der Mangel an Schönheit der Jugend.
Da ist ein Unterschied zwischen älter werden und alt geworden sein.
Ich erinnere mich bei einem Gespräch meiner Eltern mit deren Bekannten dabei gewesen zu sein. Der Freund meiner Eltern sagte " und dann wunderst du dich über deine Eltern und was für einen bescheuerten Scheiss die plötzlich von sich geben ."
Sehe ich das bei meiner Mutter jetzt auch so?
Sie wird hilfloser, sie wird starrsinniger und sie will keine Hilfe und wenn ich nicht 450 km von ihr entfernt wohnte würde alles besser sein, sagt sie.
Ich habe ein schlechtes Gewissen und ich weiss genau, dass nichts anders wäre, weil sie keine Vorschläge annimmt, die ihr nicht in den Kram passen. 

07 November 2014

Reisen bildet

Ich habe meinen Bus verpasst weil ich zu fahrig bin, um ein Ticket richtig zu lesen. Das mit den nicht richtig gelesenen Textaufgaben war schon in Mathe mein Problem, allerdings eines von vielen Problemen, die ich mit Der Mathematik hatte.

Wenn man sein Ticket nicht richtig liest, steigt man am Frankfurter Flughafen aus anstatt am Hauptbahnhof. Wenn man es auch in der Wartezeit auf den nächsten Fernbus nicht liest, wundert man sich und ruft zur Abfahrtzeit bei der Hotline an und fragt wo der  Bus bleibt.
Dann stellt man fest, dass die von Meinfernbus ganz wundervoll sind.
Die freundliche Frau an der Hotline hat mich zurüchgerufen mir eine Anschlussverbindung genannt und mich zum Hauptbahnhof gelotst, dort hatte ich Wieder Aufenthalt und ich lernte wieder.
Wenn der Akku vom Handy langsam leer geht, wird man etwas panisch.
Wenn man sich auf die Ellnbeuge schlägt, wie ein Junkie der die letzt gute Vene sucht, nennt man es Frankfurter Applaus.
Wenn man in Frankfurt am Bahnhof steht wird das real. Eine Frau weint, wenn man ihr statt dem erbetenen Euro fünf gibt und sogar noch sagt, sie möge auf sich aufpassen. Ihr fehlten noch zwei Euro vierzig, vermutlich für Heroin, jetzt hat sie noch zwei Euro sechzig für was zu essen oder sie muss für zwei Euro sechzig weniger schnorren.
Die Leute haben keine Zeit. Sie müssen hasten und eilen, denn die Bahn streikt - ganz unerwartet, plötzlich. Es war nicht vorhersehbar, das hat gestern noch keiner gewusst.
Sie sind  sauer, die unverschämten Lockführer streiken, wenn das alle täten. Wenn das die Krankenschwestern täten.
Ja wenn die Gesundheitsberufe ohne akademischen Abschluss es endlich tun würden, dann würde die Arbeit auch höher bezahlt. Aber die Pflege opfert sich lieber auf und jammert, als sich auf die Hinterbeine zu stellen. Also denke ich, Lockführer ole und wünsche ihnen alles Gute.
Ein Mann sagt mir, er will lieber den Euro als das Brötchen, der Bäcker hier ist so teuer. Natürlich will er den Euro für Schore, seine Pupillen sprechen Bände.
Ich kaufe ihm Was zu Essen und geb ihm Geld. Wir unterhalten uns kurz über das Geld das bie reicht und wie schlecht man am Bahnhof was geschnorrt kriegt, wir geben uns die Hand und wünschen uns einen schönen Tag.
Wenn ich jedem Junkie Geld gäbe, würde ich bald ganz schön arm sein, sagst du. Das mag sein,aber im geschleckten Stuttgart und da kann ich mir das leisten, sage ich dir.
Du sagst dass die sich eh nicht an das Gespräch erinnern werden. Na und, aber an diesem Tag hat jemand mit ihnen geredet und war freundlich, das ist heute vielleicht das einzig nette, das ihnen passiert ist.
Am Busbahnhof soll ich mal zwei Busse eher da sein, falls doch noch ein Platz frei ist, sagen mir die netten Mitarbeiter von Meinfernbus. Also geh ich schon mal dorthin, damit ich nicht schon wieder einen Anschluss verpasse.
Ich komme mit Nummer drei ins Gespräch, wir reden über Kälte und Obdachlosigkeit, dass es schwer ist in Frankfurt.man wird verjagt. Unter den Gleisen ist es warm, aber da darf man nicht hin, weil es Einbruch ist und dann die Bullen kommen.
Zu viel Valium macht Depressionen und wenn man seinen Perso verliert kriegt man kein Geld von der Arge. Wenn man beweisen will wer man ist ohne Wohnsitz, ohne Perso und ohne Stammbuch wird es schwierig.
Dann rufen die netten Menschen von Meinfernbus an und sagen ich kriege einen Platz im nächsten Bus. Wir verabschieden uns und ich hoffe er hat gut zugehört, als ich ihm sagte wie man im größten Notfall im Krankenhaus ein Bett bekommt und hat sich nicht nur über die Cola und das Geld gefreut.
Ich habe weniger schreiben können, als ich wollte, ich schaffe es nicht meine Mutter heute Abend noch zu besuchen ich möchte ein Kölsch und ich habe Hunger. Ich sitze im warmen Bus und freu mich über meine Probleme, worüber rege ich mich eigentlich.
Meine Unachtsamkeit hat mich 36,06 € gekostet. Mir darüber bewusst zu werden, wie gut es mir geht unbezahlbar.