26 Dezember 2014

Weihnachten mit Inspektor Linley und warum ich die meisten nicht Thriller mag




Weihnachten war für mich immer die Zeit um zu lesen. 

Ich komme aus einer Lesefamilie. Wenn ich auch sonst oft über meinen genetischen Ursprung moser, sie haben mir die Liebe zu Büchern vererbt.

Meine beste Freundin und Schwester meint, ich habe ein widerliches Elefantnegedächtnis. Vielleicht hat sie recht, nicht mit dem widerlich, aber mit dem Gedächtnis. Ich kann mich an viele Bücher erinnern, die mir an Weihnachten geschenkt wurden.

Ganze Meter TKKKG  und fünf Freunde, Pünktchen und Anton, das doppelte Lottchen, das Tagebuch der Anne Frank, die letzten Kinder von Schevenborn und die Weisse Rose im Widerstand.

Wenn ich mir die Liste anschaue, weiss ich wo mein Gerechtigkeitsfimmel herkommt und warum ich auf Lügen völlig aussteige. Ich weiss auch, warum ich seit ich dreizehn war Tagebuch schreibe.


Ich liebe Worte, ich mag die gewaltigen und die leisen. Ich liebe Bücher in denen ich was lernen kann, die die Seele erheben, mich zum Lachen bringen mich emotional aufwühlen. 

Die meisten Thriller, mag ich nicht. 

Ich bin übersättigt von Massenmördern und Serienkillern. Danke, kein Nachschlag.

Vor einer Weile, habe ich mich an Herrn Fitzek herangewagt und auch hier wurde ich enttäuscht.

Die Figur war unglaubwürdig psychisch krank. Da steige ich schon aus medizinischer Sicht aus.

Warum berät die Autoren niemand mit medizinischen Kenntnissen?

Ich liebe Menschen und begegne ihnen gerne wieder. Die Grausamkeiten der Verbrechen, die in Venedig und Umgebung passieren, kann ich nur ertragen weil ich Komissario Brunetti da ist.

Ich mag den Mann, seine Familie, sein Trinkverhalten. Seit ich die Bücher von Donna Leon gelesen habe, will ich mir mal Venedig ansehen.

Das Leben von Barbara Havers und das traurige Schicksal ihres Vorgesetzten Inspektor Linley bewegt mich. Wird er über den Tod von Helen hinwegkommen? Die Fälle sind recherchiert, die Handlung hat tolle Wendungen, die Personen sind plastisch. Und es gibt keine Serienkiller die zu selten gewickelt wurden.

Ich finde sogar Mankells Kommissar nett - depressiv und zynisch, aber nett.

Was sollen eigentlich diese Serientäter? Sind sie der schwarze Mann für Erwachsene? Brauchen wir, ähnlich wie Kinder die böse Märchenhexe, einen Überbösen damit wir an ihm unsere unrealistischen Ängste abarbeiten können? 

Oder klappt man das Buch am ende zu und ist froh dass sich der Horror des eigene Lebens, auf Samstagseinkäufe im Kaufland, die Schwiegermutter und die jährliche Grippewelle beschränket?

Man hat sich fertig gefürchtet und kann nun das eigene Leben wieder schätzen?

 Weil der Serientäter a) endlich gestorben ist und man mit einem neuen bösen Böllemann im nächsten Roman rechnen kann  oder b) der Killer entwischt ist und man ihn im nächsten Roman wider treffen darf?


1 Kommentar:

crazy daisy hat gesagt…

Oh - ich will auch mal nach Venedig! Wann gehn wir?