24 Januar 2015

Du bist doch Christ......

Du bist doch Christ, warum schreibst du nicht über Gott und deine Beziehung zu ihm?

Mir fällt es schwer zu sagen, dass ich an einen Gott glaube – und das tue ich – der den Anspruch erhebt, der einzige Gott zu sein.
Gerade in der westlichen Welt, ist man damit schnell ein radikaler Bombenleger oder Nazi. Ich glaube an Gott, seinen Sohn Jesus Christus und daran, dass sein Tod am Kreuz das Ticket zu Ewigkeit ist, allerdings muss man das Ticket schon abholen.
Es ist total unhip zu sagen, dass es nur einen Gott gibt – da ist man sich gesellschaftlich größtenteils einig. Wir leben in einer Zeit in der man alles machen darf, alles sagen darf und alles glauben darf, solange es niemanden ausschließt.
An einen einzigen Gott zu glauben, ob man sich jetzt Jude, Moslem oder Christ nennt, ist engstirnig, intolerant und gemein – was ist denn mit den griechischen Göttern oder der großen Mondin und ihrem Gehörnten und überhaupt sind nicht alle Götter ein Gott?

Was unterscheidet mich von fundametalistischen Islamisten, abgesehen von einer Burka oder einem Bombengürtel? Bin ich nicht ebenso intolerant?
Ist mein Glaube nicht ähnlich unglaubwürdig und zweifelhaft, wie der Glaube des fünf mal betenden Moslems, der sich abends gerne mal einen ballert?
Wer weiss eigentlich am Besten, wie mein Glaube auszusehen und gelebt zu werden hat?
Und warum schreibe ich über jeden Scheiss aber nicht über meinen Jesus?

Weil alles, was ich liebe fragil ist. Wenn man mich näher kennen lernt, lernt man auch mein Herz kennen. Dann stellt man bald fest, dass ich nicht nur taff und krass, sondern auch ziemlich sensibel bin. Wenn es um Themen geht, die mein Herz berühren, bin ich vorsichtig. Das hänge ich nicht gerne aus dem Fenster, damit jeder seine Spottmunition darauf richten kann.
Bei Jesus geht es nicht nur um eine Thema, er ist eine Person, mein Freund, jemand der mir sehr wichtig ist. Ich will meine Beziehung nicht auf politcal correctness korrigieren, damit ich von ihm reden darf.
Wenn ich dies aber nicht tue, bin ich wohl für den einen oder anderen so, wie die Christen in Amerika die den dummen Busch gewählt haben – ich meine den dummen Sohn nicht den Vater.

Wie ein guter Christ lebt, weiss ausser meinem inneren, sehr hohen Regelbewußtsein vor allem der, der Glauben doof findet. Wenn sie so ein toller Christ ist, warum lästert sie dann? Wenn Jesu doch ihr Vorbild ist, warum dies und warum das nicht..... Wer von sich behauptet Christ zu sein, muss nach einem bestimmten Maßstab leben. Man muss moralisch, fair, immer freundlich und noch einiges mehr sein.
Bei meinem Glauben geht nicht um Verhalten. Jedenfalls nicht in erster Linie. Es geht um eine Beziehung zu Gott und Jesus, wobei das eins ist.
Ich mag Jesus. Ich mag ihn weil er nett, geduldig und ziemlich witzig ist. Ich bin ihm dankbar, weil er für mich gestorben ist und für den Rest von uns – ich hätte das nicht getan.
Ich will nicht missverstanden werden und über etwas schreiben, was mein Leben zutiefst verändert und geprägt hat fällt mir schwer.
Ich will nicht kontrollieren, wer meinen Blog lesen darf und somit darf sogar mein Vermieter oder mein Chef ihn lesen. Will ich denen aber erklären, dass ich ab und zu Gottes Stimme zu hören meine? (Die Stimme ist übrigens sehr nett, leise und sehr weit weg von dem wie man sie sich vorstellt, dass Gottes Stimme zu sein hätte – keine Donnerstimme aus brennenden Büschen)
Wir leben in einer Gesellschaft, in der das Hören von Stimmen, die andere nicht hören, als verrückt eingestuft wird. Möchte ich als verrückt angesehen werden? Nein!!!
Allerdings bin ich erst als krankhaft verrückt einzustufen, wenn die Stimme mich oder andere in Gefahr bringt. Bis dahin bin ich genauso gesund, intolerant oder verrückt wie Billy Graham, der Papst, Franz von Assisi und alle anderen Christen.

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