17 Januar 2015

Massvoll


Falls es noch nicht bekannt war, ich bin masslos.

Aus einem Stück Schokolade wird eine Tafel.

Ein Teller Spaghetti reicht nicht, da müssen zwei her und wenn ich schon laufe kann ich auch gleich einen Halbmarathon planen, sonst muss ich gar nicht vor die Tür.

Falls ich jemals in die Politik gehen sollte, wird bestimmt zügig der Wunsch nach Weltherrschaft in mir wach.

Wenn ich Alkohol trinke, stelle ich erst am nächsten Tag fest, wo das letzte Glas hätte sein sollen – meist einige Gläser hinter dem wirklichen letzten.

Wenn ich das mit dem Masshalten könnte, würde ich nicht alle drei bis vier Jahre bei den Weightwatchers landen und weniger oft bis nie einen Kater haben.

Ein Kollege von mir meint, dass Dummheit frisst und Intelligenz säuft. Dann bin ich wohl eine Schlaue Dumme ( wenn ich mit den Weightwatchers anfange) oder eine doofe Kluge.

Auf jeden Fall bin ich masslos und das nervt.

Ich wäre gerne ausgeglichener.

Ich merke erst nach dem zweiten Teller, dass ich nach dem Ersten schon satt war, dass eine Stunde Schlaf zu wenig ist – egal wie spannend das Buch war und dass auch mein Tag nur vierundzwanzig Stunden hat.

Der Mensch sucht stets nach einem Ausgleich. Wenn man also zu viel arbeitet muss man mehr feiern, wenn man zu wenig schläft isst man zu viel und das kann man endlos in alle Lebensbereiche durchbeispielen.

Was will sie denn jetzt?

Ich will mehr Ausgewogenheit ohne Masslosigkeit haben.

Ich kann am Besten über kurze Zeiträume Dinge starten. Ich bin ein Projektmensch. Das Projekt heisst seit heute massvolle Abstinenz.

Bis zum vierten April werde ich folgende Dinge tun oder lassen. Ich will wieder mindestens fünf Stunden schlaf haben (auch vor Frühdiensten), sieben wären Luxus.

Ich will essen bis ich satt bin und nicht bis ich vollgefressen bin.

Und so weiter und so weiter. Ach ja und ich verzichte bis dorthin auf Alkohol.

Projekt massvolle Abstinenz go.

Kommentare:

die Vorgärtnerin hat gesagt…

siehst du. genau so fühlt sich mein extremistischer Zug auch an.
Er äußert sich nur an anderen Stellen.

Jesus Freaks Japan hat gesagt…

Du auch! Willkommen im Club der Maßlosen. Ohne sie wäre die Welt viel zu langweilig, aber ich kann dich sehr gut verstehen, oft nervt es eben so zu sein. Vielleicht ist auch beim Wunsch nach Ausgeglichenheit, bzw. mehr Disziplin und Selbstkontrolle eben auch Mäßigung von Nöten um eben auch da nicht wieder Maßlos in der Selbstkritik zu sein :)

Martin.D[x]D.nitraM hat gesagt…

Shit. Das kenn ich. In fast allen Bereichen meines Lebens. Und auch das Vornehmen, nicht mehr maßlos zu sein. Und das Scheitern des Vornehmes. Aber um so älter ich werde sag ich oft auch einfach "scheiß drauf". Ich werde jetzt einfach fett.

mesii hat gesagt…

Ihr Lieben Kommentierer!!!
Ich fühle mich verstanden und das Ziel ist massvolle Masslosigkeit.

Ich bin gespannt.
Ich freu mich jedenfalls gelesen zu werden-

Anonym hat gesagt…

Das richtige Maß zu finden ist eine wirklich gute Sache. Keine Frage. Gerne viel mit dem Hang zum "Zuviel" kann man aber auch mit positiven Worten in Verbindung bringen : #Großzügigkeit, #Genußfähigkeit, #Resourcenreich, #Gastfreundlich, #Fürsorglich. Die Kunst ist dann wohl, Maß zu halten ohne das alles an den Nagel zu hängen. ;-)