06 März 2015

Antwort auf das Wort zum Montag

 Der Aufmerksame Leser weiss, dass ich ein großer Jesus Fan bin. Hin und wieder kommt hier ein Post der mehr oder weniger mit dem Heiland, dem Leben mit ihm und anderen Themen rund um das Geglaube zu tun hat.
Diesmal habe ich mich geärgert, über einen der den Jesus auch mag.
Im Stuttgarter Wochenblatt gibt es die Rubrik „Wort zum Montag“. Eine Ecke in der Pfarrer und Pastoren aus Stuttgart einen kleinen Text schreiben, zu den Themen, die ihnen wichtig sind. Themen die den Leser zum Nachdenken bringen sollen und im besten Fall sogar zu einer Tat oder Veränderung führen.
Karl Böck ist Pfarrer der Seelsorgeeinheit Neckarknie. Ein Wort zum Montag von ihm hat mich zum heutigen Blogpost animiert.

Sehr geehrte Herr Böck,
in einem Teil der Stuttgarter Nachrichten, haben sie vor geraumer Zeit unten stehen Text geschrieben. Sie wünschen mir als Leserin viele einzigartige und eigenartige Momente.
Die hatte ich als ich Ihren Text las und ich würde gerne darauf etwas erwidern.
Zum einen haben sie den Text nicht selbst verfasst, was sie hätten kennzeichnen müssen. Darum bittet der Übersetzer des amerikanischen Textes im Internet.
Abgesehen davon möchte ich ihnen gerne auf die traurigen oder von ihnen als komisch und eigenartig erwähnten Beobachtungen eingehen.
Eigenartig, wie groß ein Hundertmarkschein aussieht, wenn du ihn mit in die Kirche nimmst,
und wie klein, wenn du damit in den Supermarkt gehst.
Natürlich sieht der Schein gross aus, wenn man zu zweit arbeiten muss um sich und die Kinder zu ernähren. Da ist ein Hundert Euro Schein schnell weg für das Nötigste. Denn in Deutschland kosten Kitas, Sportvereine und Musikschulen Geld. (Mal abgesehen davon, dass ihre Kirchgänger bereits einen festgesetzten Beitrag bezahlen, entgegen der Freikirchen, die zwar einen Beitrag empfehlen ihn aber nicht fordern)
Eigenartig, wie lang einem ein paar Stunden in der Gemeinde vorkommen
und wie kurz sie im Kino sind.
Vielleicht ist es ihnen aufgefallen. Im Kino laufen moderne Filme und keine schwarz weiss Streifen aus den Dreißigern. Die Gottesdienste sind zumeist altbacken und langatmig.
Ich beziehe mich nicht auf die Themen der Gottesdienste, die sind wie die Themen im Kino, Evergreens. Im Kino geht es um Mord, Intrige,Vergebung, Liebe etc, ebenfalls geht es in der Bibel um diese Themen. Allerdings sind die Themen im Kino so aufbereitet, dass der normale Zuschauer sie begreifen und ihnen folgen kann. Lieder die im jüngsten Fall fünfzig Jahre alt sind und Bibelübersetzungen die noch älter sind, machen einen Gottesdienst nicht unbedingt kurzweilig.
Eigenartig, wie wenig uns einfällt, wenn wir beten sollen
und wie viel wir wissen, wenn wir mit einem Freund sprechen.
Ich vermute, dass es bei ihnen und Gott anders ist, als bei den meisten Menschen. Wenn ich mit einem Freund rede, antwortet er. Das findet Interaktion statt. Man diskutiert und lacht gemeinsam. Den Meisten von uns geht nach ein paar Minuten Gebet die Geduld aus.
Wir erzählen Gott, was er in Allwissenheit schon weiss. Die Meisten von uns erhalten keine Antworten, weil ??? Niemand ihnen sagt, dass Gott heute noch spricht (gerne und mit jedem), Humor hat und durchaus diskussionsbereit ist. Wissen das ihre Kirchenmitglieder?
Eigenartig, wie gespannt wir sind, wenn das Fußballspiel in die Verlängerung geht
und wie müde wir werden, wenn der Gottesdienst ein wenig länger dauert.
Wir hatten das beim Thema Kino bereits.
Bei einem Fußballspiel, will man wissen wie es ausgeht. Bei einem Gottesdienst kennt man das Ende bereits.
Eigenartig, wie schwer es ist, ein Kapitel in der Bibel zu lesen
und wie leicht, 100 Seiten des letztes Bestsellers zu verschlingen.
Wie gesagt, wenn die Übersetzung alt ist, dann lesen wir sie so gerne wie die Gedichte von Walther von der Vogelweide oder Shakespeare im Original.

Eigenartig, wie sich die Leute bei einem Spiel oder Konzert nach vorne drängen
und in der Gemeinde auf die hintersten Bänke quetschen.
Hier gibt es einen Unterschied. Bei einem Konzert will ich den Sänger oder die Band sehen. Die Performance macht hier eine Menge aus. Ebenfalls ist ein Konzert interaktiv. Das Publikum geht mit, kennt die Song (weil sie eingängig und gut sind).
Ich gehe davon aus, dass sie ihre Gottesdienste nicht performen oder interaktiv gestalten und möglichst viele der Gottesdienstbesucher in das Geschehen mit einbeziehen.
Eigenartig, wie schwer es vielen Christen fällt, zu lernen, die Gute Nachricht anderen mitzuteilen
und wie leicht sie sich Klatschgeschichten merken und weiter geben können.
Wissen sie Herr Böck, ich habe keine Problem mit de guten Nachricht, das Drumherum ist es. Sie haben sicher schon gemerkt, dass ich keine altbackenen Rituale mag. Leider hören die Meisten Menschen, denen ich die Gute Nachricht erzählen will subtextlich sofort, dass sie in die Kirche müssen und moralisch einiges bei ihnen zu verändern ist.
Wenn sie von der guten Nachricht schreiben, weiss der Durchschnittsmensch übrigens nicht, was sie meinen.Ich erzähle gerne wie nett Jesus ist ohne ein Schleimer zu sein, das er so hart drauf war, dass er sich für seine Überzeugung und aus Liebe zu uns, hat bestialisch ermorden lassen und das er spricht.
Eigenartig, wie leicht wir den Zeitungen glauben
und wie kritisch wir bei der Bibel sind.
Da gebe ich ihnen recht. Ich vermute, dass die Wenigsten die Bibel lesen. Zudem wurde über ihren Inhalt so viel diskutiert und so viel in Frage gestellt, dass es den Leuten auch schwer fällt ihr zu glauben.
Eigenartig, wie viele in den Himmel kommen wollten -
vorausgesetzt, sie müssten nicht glauben, nicht denken, nichts sagen, nichts tun.

Ich bin mir nicht sicher, dass so viel in den Himmel kommen wollen. Die wenigsten wissen von seiner realen Existenz und dass es dort nicht um Engel auf Wolken geht oder darum wie in den Bildern am Stand der Zeugen Jehovas debil zu lächeln. Wer aus ihrer Kirche weiss denn, dass es darum geht mit Gott zu leben, endlich alle Antworten auf alle Fragen zu haben und das Leben in seiner Reinheit zu schmecken?
Ich habe den Eindruck, dass die Leute, denen sie vorwerfen nicht glauben, denken, sagen und tun zu zu wollen gerade das tun wollen. Sie wollen Fragen und zwar kritisch. Sie denken und sie hinterfragen Gott und damit auch seine Leute, sie und mich. Sind wir authentisch? Geht es uns darum, dass es um Jesus geht oder geht es um das Einhalten von Regeln und Ritualen. Geht es uns darum Systeme aufrecht zu erhalten um des Systems willen oder geht es uns darum, dass die Menschen in Kontakt zu Gott kommen?
Eigenartig ... oder komisch oder traurig?
Eigenartig, dass Gott uns trotzdem so liebt!


Kommentare:

preachitbaby hat gesagt…

Haha, über diesen Text bin ich auch schon mehrfach gestolpert, ich glaube, das erste Mal vor über 10 Jahren schön aufbereitet als Powerpointanhang einer Email!
Mich stört mehr daran, dass es die einzige Absicht des Textes ist, dem frommen (!) Leser/der Leserin ein schlechtes Gewissen zu machen. Zielgruppe sind ja nicht die Heiden, sondern die Schäflein, die doch bitte noch öfter in die Gemeinde kommen sollen, sich mehr engagieren und weniger beklagen. Um zumindest hier das Gefühl zu haben, dass etwas richtig läuft, wenn es mit dem Beten und Bibellesen schon nicht so klappt wie geplant. Gruselig.

die Vorgärtnerin hat gesagt…

Schätzeken, wassn hier los?
Wolltest du nicht jeden Freitag ... neenee, ich will keinen Druck machen.
Ich kratze nur son bisschen an deiner Blogtür, damit du siehst, du hast Leser.

:-)

Anonym hat gesagt…

ich schließe mich der Vorgärtnerin an :-) Pina