01 Oktober 2015

Abschied

 Ich befinde mich in diesem Moment genau zwischen zwei Jobs.
Vorgestern hatte ich den letzten Dienst in meinem kleinen Krankenhaus am Rande der Stadt und heute geht es ins größte Krankenhaus mitten in der Stadt.
Ich bin aufgeregt wie Bolle.
Im alten Haus, habe ich fast jeden gekannte, mit der Dame an der Pforte Lakritze getauscht und gewusst wo auf der Nachbarstation die Süßigkeiten sind, wenn bei uns alle weg sind.
Auf der neuen Station, hoffe ich heute den Eingang und die Toilette zu finden und am Ende der Schicht zu wissen, was meine Patienten alles haben.
Ich wechsle von Lunge mit vielen alte-Leute-Problemen zu Chirurgie mit ganz anderen Problemen.
Der Wechsel war dran, um eine lange Geschichte sehr kurz zu machen. (Details gerne bei einem Bier)
Meine Kollegen vermisse ich jetzt schon.
Letztes Jahr war über Weihnachten und Sylvester auf unserer Station die Hölle los. Das Personal war, mehr als wie immer unterbesetzt und wir haben es wie immer irgendwie geschafft – man schafft es ja immer irgendwie, weil es um Menschen geht.
Wenn man solche Dienste in Serie hat, kann man sich entscheiden. Entweder man regt sich konstant über die Zustände auf und kommt vor lauter Lähmung und Ohnmacht nicht gut vorwärts oder man schraubt die Stimmung hoch und arbeitet drauf los.
Nach so einer Palette von Bootcampdiensten, hat man oft ein Hochgefühl, weil man so begeistert ist, von dem, was man gerockt hat.
Natürlich wird man dann auch sarkastisch. Wir redeten davon die Band der Titanic zu sein und ordneten einander die Instrumente zu - Ich bin das Cello oder die Klarinette, da kann ich mich nicht ganz festlegen. Damals habe ich gesagt „Wenn schon Titanic, dann nur mit dieser Band“.
Und jetzt verlasse ich die Band.
Den letzten Monat habe ich emotional auf der Achterbahn verbracht. Ich habe mich auf das Neue gefreut und mich davor gefürchtet. Abgesehen von dem Wechsel der Fachgebiete wechsle ich meine Kollegen. Ich verlasse ein kleines Team, eine Familie und arbeite ab heute mit hundertzehn bis hundertzwanzig Kollegen.
Von der kleinen Jazzband zum großen Orchester.

Kommentare:

Helene hat gesagt…

Hau rein, Baby!!! <3

Anonym hat gesagt…

Auch von mir: alles Gute für den Neuanfang! Du wirst auch in einem großen Orchester die Band rocken!:-) LG! Christina

die Vorgärtnerin hat gesagt…

schließe mich Christina an.
Und Helene.

mesii hat gesagt…

Ihr Lieben,
ich bin ja leider recht schlecht im regelmäßigen und prmpten Antworten...
Ein ganz herzliches, wenn auch verspätetes Danke....
Mesii