11 November 2015

Zustandsvergleich November 2014-2015

 Ein kurzes Update für Zwischendrin.
Letztes Jahr war ich Anfang November mit der Besten weg. Mädchenurlaub in Holland an der See.
Da im November immer der NaNoWriMo stattfindet und ich unbedingt dabei mitmachen musste, war ein tägliches Schreibpensum auch im gemeinsamen Urlaub Pflicht.
Ebenfalls musste ich noch Laufen, weil der Traum vom Halbmarathon unter drei Stunden wie eine Möhre vor meiner Eselnase hing, denn ein Esel war ich.
Der Plan des Urlaubs war Erholung und Zeit mit der Besten zu verbringen, die auch dringend Erholung brauchte.
Damit mein Pensum in den Tag passte, stellt ich mir den Wecker. 1665 Wörter schreiben sich nicht alleine und das Laufen am Strand musste auch noch erledigt werden. Irgendwann, während dessen wachte die Beste auf und griff entspannt zum Buch.
Als ich sie letzte Woche besucht habe – diesmal ohne Laufen und ohne NaNoWriMo – sagte sie „Du warst so gehetzt. Mir wurde schwindelig beim zuschauen. Wenn du mit deinem Scheiss fertig warst, musste ich mich erst mal ausruhen.“
Und recht hat sie. Ich war gehetzt. Irgendetwas in mir, war der Meinung, dass ich noch mehr machen sollte, als ich ohnehin schon machte  - Es musste noch mehr Freizeit in die freie Zeit gepresst werden, damit der Freizeitstress ausgeglichen werden konnte.
Ich kann aus allen guten Angewohnheiten eine Neurose machen. Das passiert, wenn ich zu lange auf zu hohem Lebenstempo laufe. Dann sind all die Sachen, die mal gehen, wie zum Beispiel nur vier Stunden zu schlafen, normal.
Als mir im Frühjahr die Sicherung durchbrannte, liessen erst die Freizeitarbeiten, wie das Laufen und das Schreiben nach, aber ich war immer noch gestresst. Dann liessen die Verabredungen mit Freunden nach, weil mich der blosse Gedanke eine Verabredung zu haben stresste und später war ich sogar von der Freizeit genervt, weil ich da nichts mehr mit mir anfangen konnte.

Das letzte was mir an Veränderungsmöglichkeiten einfiel war die Arbeitsstelle und das war es anscheinend.
Wie berichtet, war ich am letzten Wochenende in good, old, rainy Remscheid, die Beste besuchen. Und sie hat mich gelobt. „Endlich bist du wieder meine Mesii“, hat sie gesagt.
Ich bin wieder entspannt. Ich bin nicht beim NaNoWriMo angemeldet. Mein NaNoWriMo diesen November, besteht daraus jeden Tag einen Beitrag zu verfassen, den ich später noch mal aufgreifen kann. Mein Sport sind täglich zehn Minuten irgendwas zu machen, das gut für meinen Rücken ist und ich schlafe wieder zwischen sieben und neun Stunden.
Ich habe mein Leben zurück, wie ein Kollege es formuliert hat.
Vielleicht bin ich nur in den Arbeitsflitterwochen aber die geniesse ich. Lasst mich flittern. Ich arbeite länger (der neue Arbeitgeber hat die fünf Tage Woche), bin länger zur Arbeit unterwegs und mir raucht der Schädel, weil ich mich in völlig neue Gebiete einarbeiten muss und ich bin trotzdem entspannt.
Ich bin entspannt, weil ich zwei Patienten habe. Ich bin entspannt weil ich mich nur um diese zwei Patienten kümmern muss und nicht um drei Patienten, das Bestellwesen, das personelle Ausfallmanagement und die Koordination von zwei Intensivtransporten ins CT.
Ich habe Kollegen, die die Zeit haben mir ihre Hilfe anzubieten und mich um Hilfe zu bitten. Wenn ich nach Hause fahre, mache ich mir keine Gedanken um die Arbeit, weder um Patienten noch um die Kollegen.
Ich habe wieder Freizeit. Vermutlich habe ich mehr davon, weil ich keinen Nebenjob mehr habe um fair zu bleiben. Aber in meinem Dienstplan bin ich mit hundert Prozent geplant und nicht mit hundertzehn, das macht auch viel aus.
Wie gesagt, dies ist noch ein Flittermonat (Ich arbeite konstant mit Jemandem zusammen). Ab Dezember bin ich unter Patenschaft (jemand ist noch Ansprechpartner, aber ich arbeite selbständig) und ab Januar befinde ich mich dann im freien Fall. Ich bin gespannt ob ich dann noch flittere.

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