14 Februar 2016

Feigheit. Neid und Zeit

 Als ich mich bei Frau Afrika (der Blonden nicht der Schwarzen, für Kenner meiner Freundinnen) über Menschen aufregte, die sich Schriftsteller und Autor nennen und es meiner Meinung nach nicht sind, kam die Frage auf, ob ich neidisch wäre.
Ich unterscheide Neid und Missgunst. Wenn ich neidisch bin, will ich auch haben was Frau Dings und Herr Bums haben, was dumm ist. Weil ich es in meinem Fall einfach nur ausprobieren muss. Wenn ich missgünstig bin, will ich auch, Was Ding und Bums haben, aber ich gönne es ihnen nicht und das zeugt von einem verbitterten Charakter.
Und deshalb bin ich nur ein dummer Mensch und kein schlechter. Jedenfalls in der Neidfrage.

Frau Dings schreibt für eine Zeitung. Herr Bums hat Kurzgeschichten veröffentlicht. Die Dingenskirchens haben ein Buch geschrieben und sind „Blogger“ und Frau Mesii ist neidisch.

Frau Mesii will das alles auch. Sie will auch tolle Bücher schreiben, aber die Geschichten wollen nicht, wie sie will. Bloggerin will sie sein und bloggen tut sie, aber nicht als Beruf. Und Poetry/Comedy würde sie auch gerne machen aber sie tut es nicht. Weil sie sich nicht traut. Es könnte jemand lachen über sie und nicht über die Witze. Das wäre ihr peinlich und bleibt so es beim Neid.
Neidisch sein finde ich peinlich. Neidisch ist man im Kindergarten, weil Susi drei Babyborn hat und ich keine. Aber ich bin es wohl.
Gibt es dafür eine Selbsthilfegruppe? Der Neidhammel stellt sich vor:„Hallo, ich bin Mesii und ich bin neidisch. „
Selbsthilfegruppe:“Hallo Mesii.“

Und als ich so über meine Neiderkenntnis stolperte, stellte ich fest, dass er der beste Freund der Feigheit ist. Für einen guten Text oder eine gute Geschichte braucht es Gefühl und das aufs Papier zu bringen erfordert Mut. Also ist es einfacher den Neid zu streicheln, dabei riskiere ich nichts.
Wer war zuerst da? Der Neid oder Die Feigheit? Ist das wichtig? Nein!
Aber Tatsache ist: Texte, Bücher, Artikel schreiben sich nicht mal eben. Man läuft auch nicht mal eben einen Marathon – außer diesem Spinner, der von Marathon nach Athen lief. Aber der fiel danach um und war tot.
Zum Schreiben braucht man Zeit, Zeit die andere Sachen dann nicht haben. Vielleicht muss man zu Verabredungen chronisch zu spät kommen, jeden Tag eine Stunde eher aufstehen und sich jede freie Minute stehlen um zu schreiben.

Ich kann also meine Zeit in Neid und Feigheit investieren, mich im Internet verlaufen und heulen, weil die Anderen viel größere Schnitzel auf ihren Tellern haben als ich oder ich ich investiere meine Zeit und schreibe einfach.
Vielleicht kann ich mich an der Feigheit vorbei schleichen und finde den Mut die kleinen und leisen Sachen zu schreiben - die Dinge, die sich nicht auf Papier trauen aber gerne dort stehen würden.


Kommentare:

die Vorgärtnerin hat gesagt…

Schriftsteller, die deiner Meinung nach keine sind:
der erste Lacher meines noch so jungen Tages.
Danke!

die Vorgärtnerin hat gesagt…

und nebenbei:
ich würde mich sehr freuen, deine kleinen und leisen Gedanken zu lesen.
Ich lache dann höchstens, weil sie lustig sind oder die Situation es hergibt -- und nicht über dich.

Mathilda hat gesagt…

Ich musste ebenso lachen, da mir von der Vorgärtnerin schon zugetragen wurde, dass du auch eine Unterscheidung zwischen Schriftstellern und Autoren machst :) Oha, lache ich nun über dich oder über deinen Witz? :P
Und ja, im Prinzip ists wohl genau so simpel, wie's dasteht: Wenn du schreiben willst, dann schreibe.
Liebe Grüße!

Klaus Botschen hat gesagt…

Mesii, sorry dass ich das kommentiere, aber... wie erreiche ich dich?
Klaus aus Wien