29 März 2016

Resumee und Gedanken

 Es ist März und das Resümee der guten Vorsätze ist fällig.
Habe ich eine Sache im Monat ausprobiert und sie dreißig Tage lang durchgehalten?
Ein entschiedenes Jein, ist die Antwort.
Ich habe fünfundzwanzig Tage keine Süßigkeiten gegessen (auch keine Chips und Nüsschen oder Salzstangen oder, oder oder ) und dann habe ich alles aufgeholt und in den verbleibenden fünf Tagen das Pensum der letzten fünfundzwanzig Tage nachgefuttert.
Ich habe über einen Monat lang jeden Tag mindestens zehn Minuten lang, etwas an Sport erinnerndes getan. Ich habe mich sogar gesteigert und es wurden dreißig Minuten daraus. Und dann habe ich es gelassen.
Von den anderen dreißig Tage-Vorsätzen könnte ich ähnliches berichten. Und das wöchentliche Bloggen? Das sieht der liebe Leser nun selbst.
Ich bin also mal wider gescheitert, habe den Mund zu voll und den Hals der guten Vorsätze nicht voll genug bekommen.
Bin ich nicht in der Lage Disziplin zu halten? Oder übernehme ich mich ständig?
Mal abgesehen davon, dass ich eine Heldin darin bin mir zu große und zu viel Ziel zu setzen, lässt mein Leben auch keine routinierten Tagesabläufe zu. Ob ich nun einen festen Zeitpunkt zum schreiben, joggen oder Handstand üben brauche, den gibt es in meinem Leben nicht. Wenn man einen Job mit normalen Arbeitszeiten hat, funktioniert es vielleicht morgens aufzustehen und entspannt zur Arbeit zu joggen. Wenn man um sechs Uhr am Arbeitsplatz sein muss, ist jede Minute Schlaf ein kostbares Gut. Und zum Nachtdienst, der zehn Stunden dauert, möchte ich ebenfalls nicht joggen und mein Hirn ist in der Zeit so im Ausnahmezustand, dass schlaue Schreibereien eine schöne Idee bleiben.
Auch feste Routinen für die einzelnen Schichtarten, sind nicht möglich. Denn ein Wechsel von einem Spät- auf einen Frühdienst macht so mürbe, dass ich anschliessend nur eine Routine kenne, den guten alten Mittagsschlaf.
Und trotzdem, irgendwann muss ich es doch mal hinbekommen, irgendwas – ausser dem Mittagsschlaf - völlig krass durchzuziehen. Einmal über ein Jahr eine Sache durchziehen und nicht meine klassischen sechs Wochen - im Idealfall.
Ein Freund sagte mal über sich, dass er gerade genug Selbstdisziplin habe, um täglich zu duschen und nicht in die Ecke zu kacken.
Recht hat er! Um in eine Sache reinzukommen ist sie ok. Aber an einem bestimmten Punkt muss ich ausbrechen oder ich werde anstrengend neurotisch in der Sache. Das nervt dann meine Mitmenschen.
Ich bin vielleicht eher der Typ für die kleinen Ziele – vom Schreibtisch bis zu Kühlschrank gehen, ohne im Flur von einer herumliegenden Zeitschrift abgelenkt zu sein. Die großen Sachen, kann ich jedenfalls bis jetzt nicht durchziehen.
Selbst wenn ich einen Burn Out habe, ziehe ich das nicht durch. Das ganze mit sich selbst hadern und mit dem Lebensstil und dem Raubbau am eigenen Körper und der Seele, war irgendwann Routine und ich brach auch dort wieder aus.
Und wie es weitergeht bleibt spannend. Aber da weder dieses Jahr, noch mein Leben zu ende ist, kann ich weiter üben, ausprobieren, scheitern, verwerfen und meinen Mittagsschlaf halten.

1 Kommentar:

die Vorgärtnerin hat gesagt…

Jawollja.
Und wenn du nur im Mittagsschlaf Routine hast, ist es jedenfalls eine wunderbare Sache.
Ich beneide dich um deinen Mittagsschlaf!
Ich hab leider keinen. In unserem Pausenraum geht das nicht. :-(
Herzlich,
Vorgärtnerin