30 Dezember 2016

2016 war ein ........









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30.12.2016 wiedermal Zeit um das Jahr Revue passieren zu lassen und zu beurteilen.

Auf Twitter schreiben die Leute:

„2016 möchte aus dem Kinderland abgeholt werden.“
„2016 kann dann mal gehen.“
„2016 ist ein Arschloch.“
„Kai Dieckmann hört bei Bild auf. 2016 bekommt doch noch ein Happy End!“

Und dann schreibt Markus Heitz „als sei das Jahr eine handelnde Person mit bösen Absichten. Als wäre der Kalender Schuld.“

Und ich denke an eine Freundin, für die 2016 eine Katastrophe war, denke an einen Freund für den 2016 der Oberhammer war und frage mich, wie mein 2016 war?

Ich hatte noch nie sie viele Malessen mit meinen Zähnen, wie dieses Jahr. Aber ich habe den besten Zahnarzt, den ich je hatte. Das hat über so manche Wurzelbehandlung hinweg geholfen.

Ich habe Freunde verloren und Freunde sind geblieben obwohl sie mich kenne - vielleicht auch gerade deshalb (Ersteres wie Letzteres).
Ich habe ein halbes Jahr mit der Überlegung verbracht, was ich mit dem Rest meines Lebens anfange und bin wenigstens teilweise zu Antworten gekommen.
Die Kinderfrage ist längst beantwortet „Nein, ich werde die schrullige Tante von Nebenan sein und bleiben“.

Die Frage nach dem großen deutschen Roman, den ich unbedingt dachte schreiben zu wollen, hat sich auch geklärt. Ich schreibe ihn vorerst nicht. Ich habe mich von dem Ding mit dem Buch ganz verabschiedet und alle Schreibratgeber verkauft oder verschenkt. Ich habe sie sowieso nie gelesen.
Ich schreibe noch hin und und wieder, nicht oft genug für hier, aber oft genug für den Kranken Boten.
Ich werde meine Zeit in das investieren, was mir Spass macht und das Meiste meiner Zeit in Anspruch nimmt. Ich werde studieren. Es ist nicht Medizin auch nicht Zahnmedizin. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird es Angewandte Pflegewissenschaften an der DHBW Stuttgart sein. Weitere Details folgen.

Das mit dem Sport war ein so eine on-off Sache. "Es ist kompliziert.

 Mal haben wir uns getroffen der Sport und ich. Aber ich habe ihn auch oft aus der Ferne angeschwärmt und als unerreichbar abgehakt. Wir treffen uns ein paar mal die Woche aber so richtig Leidenschaftlich werden wir nicht.
Das heißt aktuell, ich trainiere Muskeln, die ich zum Arbeiten brauche und träume davon endlich eine Stunde am Stück laufen zu können, ohne zu schnaufen wie der Mieter unter uns wenn er seine Einkäufe hochträgt. Wenn ich mal vor die Tür ginge, könnte der Traum Realität werden.

Ich habe mal wieder Gewicht gewonnen und Disziplin verloren aber ich bin auf meiner Station angekommen. Ich sage jetzt „bei uns im KH“ und nicht nicht mehr „da, wo ich jetzt arbeite“.

Ich stecke immer noch in der Midlifecrisis und bemühe mich sie zu geniessen und diesmal in Würde hinter mich zu bringen. Manchmal sieht es aus, als würde es klappen.

Es war ein anstrengendes Jahr. Ankommen auf einer Station mit über hundert Mitarbeitern und einem riesigen Themengebiet ist kein Ponyhof. Mittlerweile kenne ich alle mit Namen und weiss in etwa, was ich tue.
Die Routine des Arbeitsweges und der Zeit hatte sich ebenfalls verändert und es dauerte, bis ich da angekommen war und mich wieder in allen Bereichen meines Lebens zu Hause gefühlt habe.

Die Überlegung was aus mir noch werden soll, war emotional sehr anstrengend. Welche Studiengänge sind finanziell und zeitlich machbar? Und wenn sie beides sind, interessieren sie mich?
Wir haben in unserem Schneckentempo endlich das dritte Zimmer unsere Wohnung entrümpelt, renoviert und eingerichtet, es heisst jetzt nicht mehr "das schwarze Loch" und wir gehen gerne dort rein. Aber das waren Zeit- und Geldinvestitionen, die wir auch gerne in einen Urlaub investiert hätten.

Aber weder die Guten, noch die Schlechten Dinge sind dem armen 2016 in die Schuhe zu schieben. 2016 ist nur eine Zahl. 

Vielleicht hilft es die schlechten, wie die guten Sachen einem Jahr zuzuordnen.
 Man kann den Sack am 31.12. um 24:00 Uhr zubinden und neu anfangen.
 Man kann dem Leben eine neu Chance geben, gut zu einem zu sein, wenn es das im vergangen Jahr nicht war.
Man auch fürchten, dass der gute Lauf den man hatte, nicht anhalten wird und nun ein Gruseljahr folgt.
Man kann sich aber auch einfach überraschen lassen und sich einen pfeifen.

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