08 November 2009

Still

Still, still, still weils Kindlein schlafen will. Stille Nacht, heilige Nacht. Klar die ersten Gedanken zum Thema. Jetzt noch schnell die Schlussfolgerung: bald ist Weihnachten.

Man soll still sein, sich besinnen. Vielleicht noch an die anderen, wer auch immer das ist, denken. Das ist anstrengend. Also schnell, schnell die nahen Anderen beschenken und die fernen Anderen bespenden. Immerhin spenden die wir Deutsche, trotz Börsencrash und Inflation, gerne und das vor allem in der Weihnachtszeit.

Aber mal weg von Weihnachten gedacht. Was ist Stille und wo kann ich sie kaufen?

Stille, das fernbleiben von Lärm, Krach, Hektik. Das bloße existieren im Augenblick ohne jegliche Eigenleistung. Keine hektischen Gedanken, was als nächstes kommt, kommen müsste oder getan werden sollte. Vor – sich- hin – Stoffwechseln und dabei ruhig sein. Jetzt nicht nervös werden.


Wo gibt es Stille?

Fern ab von jeder Autobahn und Landstraße mitten im Wald? Wie laut eine Sache ist, weiß man erst wenn man eine noch lauter Sache nicht mehr hört. Ich dachte immer im Wald sei es leise. Dann besuchte ich Freunde in Lippe auf einem Bauernhof. Fern ab von der letzten Straßenlaterne, mitten in der Nacht, machten wir eine Wanderung. Ich freute mich schon auf die Stille und dann hörte ich -unendlich laut- den Regen. Im Wald hört man einen Regentropfen mehrmals. Erst fällt er auf das eine Blatt, dort nimmt er Anlauf und fällt dann mit Schwung auf das nächste Blatt, nimmt wieder Schwung und so weiter.



Kann man Stille kaufen? Bei wem?

Wochenendseminare in Klöstern jeglicher Ausrichtung, gerne katholisch oder buddhistisch, haben guten Zuwachs. Allerdings scheinen selbst Mönche die totale Stille nicht aushalten zu können. Die Buddhisten haben Gebetsmühlen (sehr laut übrigens) und ihre katholische Pendants, üben sich fünf mal täglich im Singen. Können sie ihr eigenes Schweigen nicht ertragen oder muss man zwischendurch laut sein das Schweigen unterbrechen, weil die Wirkung sonst verfliegt? Leiden Mönche die schweigen und nicht singen oder Gebetsmühlen mahlen an einer Schweigeüberdosis und wie sieht so was aus?

Stille, für die spirituelle Begegnung des Einzelnen, scheint es ausserhalb von Klöstern nicht zu geben. Eventuell in katholischen Kirchen, die evangelischen sind ausserhalb der Gottesdienste auf jeden Fall abgeschlossen. Dort ist es dann zwar still aber man kann es nicht geniessen, weil man nicht rein kann.

Sei still und wisse, daß ich Gott bin! Weiß ich nicht wer Gott ist, weil ich nicht still bin? Warum ist es in religiösen Veranstaltungen dann nie still? Jede Stille wird versungenen, hintergründig visualisiert oder weggechantet. Wollen die Veranstalter nicht, dass ich weiß wer Gott ist?



Könnten wir denn wenn es Still wäre, still sein?

Wie lang einen Minute ist, weiß ich immer, wenn mal wieder öffentlich für etwas geschwiegen wird. Wie viele Gedanken in eine Minute passen, überwältigend. „Jetzt bloss nicht Husten müssen. Am besten auch nicht laut atmen. Oh Gott, hoffentlich muss ich nicht pupsen.“ Letzteren Gedanken, kann man noch schön weiterverfolgen. Welcher Pups wäre weniger schlimm? Ein Lauter? Dann schauen sich alle um, wo er herkam. Aber er stinkt nicht. Oder ein Leiser? Da ist der Verursacher schwerer zu ermitteln. Aber er stinkt gewaltig. Mit Sicherheit hat man meistens die Minute nicht in Stille verbracht, man hat nur nichts gesagt.

Paare in Cafes, in Autos an Ampeln die schweigen. Haben die Stille? Diese gemeinsame Schweigen in dem man sein darf, ohne etwas tun oder denken zu müssen, das reine Stoffwechseln eben und das auch noch zu zweit. Ich oft denke wir in solchen Situationen: „Die haben sich nichts mehr zu sagen. Die Beziehung ist zerrüttet. Man, müssen die gestritten haben.“ Wie wahrscheinlich finde ich, daß sie nur ihren Gedanken nachhängen? Was wäre wenn sie, einen außergewöhnlichen Quicki auf der Damentoilette oder einem abgelegen Parkplatz hatten und nun postkoital, einvernehmlich schweigen? Nicht möglich? Sie müssten doch darüber reden wie es war, die üblichen Floskeln der Sexualbenotung liefern.



Können wir überhaupt noch miteinander schweigen und uns dabei gut fühlen?

Ist das nicht ungewöhnlich, sogar ein bisschen peinlich. Vielleicht sind dem Gesprächsgegenüber die Worte ausgegangen. Wortbankrott! Kommunikativer Crash an der Smalltalkbörse. Jetzt schnell helfen, die Situation stabilisieren, schnell eine Milliarde Worte in den anderen investieren, damit die Wortwirtschaft, das große Bla-Bla gefestigt wird.

Warum sehnen wir uns so nach Stille?

Wir sind so medial überdosiert, Reizüberflutet, Konsumgesteuert ja-ja-ja ist bekannt. Aber die Frage war, warum sehen wir uns nach Stille, nicht warum haben wir keine.

Eventuell glauben wir in der Stille etwas ähnliches zu finden, wie damals im Mutterleib. Keine Forderungen, Keine to-do Liste, keine Ziele die erreicht werden müssen, blosses sein. Ein Gefühl das man akustisch und sensorisch in der Badewanne imitieren kann, wenn man bis zu den Ohren eintaucht. Allerdings schauen die Knie raus.

Übrigens haben einige der heute wachsenden Embryos nicht mehr ds Glück nur sein zu dürfen. Sie werde durch Kopfhörer auf Mütterbäuchen mit Klassik beschallt, damit sie musikalisch begabt auf die Welt kommen. Eine Studie hat das bewiesen. Wie viele der Kinder ihre Blockflöte verbrannt und Dudelsack lernten um es ihren Eltern heim zu zahlen, wurde in der Studie nicht erforscht..



Kann man Stille kaufen?

Man kann Stille in der zu Anfang genannte Definition nicht kaufen, aber man könnte Haushaltsgeräte kaufen, die absolut still sind, nicht „flüsterleise“ sondern absolut geräuschlos.

Man könnte. Sie wurden auch hergestellt, gingen aber nie in Produktion, weil die Testpersonen nicht glauben konnten, dass die die Geräte funktionieren.

Das lief vielleicht so ab: Testpersonen schauen irritiert auf ihre Geräte. Angeblich laufen sie, aber man hört ja nichts, also sind sie wohl doch kaputt. Ganz bestimmt sind sie kaputt, anders kann es nicht sein. Die Testpersonen versuchen die Geräte zu öffnen und machen dabei, irgendetwas ganz teures kaputt. Also bauen die Ingeneure große, leuchtende Knöpf in die Geräte ein, nennen sie Kontrolleuchten und versichern den Testpersonen, dass solange diese Knöpfe leuchten, die Geräte garantiert arbeiten.

Aber die Testpersonen können es nicht glauben, fühlen ob was an der Maschine vibriert oder schaukelt – das geschieht aber nicht, das würde nämlich die Geräusche machen – und werden ganz nervös. Nervöse Kunden will kein Unternehmen, die Unternehmen wollen zufriedene, entspannte Kunden und so werden die Geräte jetzt in flüsterleise statt in totenstill geliefert.


So und jetzt aber wirklich still, still, still weil ich endlich still sein will..

24 Oktober 2009

Krieg und Frieden

Kalt und laut. Krach. Der Bombenhagel, oft unerwartet aber alls bedrohend. Flucht in den Bunker, den sicheren Unterstand und dort das ängstliche Lauschen auf die Graten und das Fallen der Häuser.

Um mich herum, im Schutzbunker lauter Verrückte, Verängstigte, die haben Probleme. Nur ich habe wirklich alles verloren. Doch je länger die Nacht wird und wir dort im Bunker auf die Stille nach dem Kriegssturm warten, desto mehr entdecke ich: wir alle haben alles verloren, wenn wir im Bunker sitzen.

Dann das Aufmachen zur Resistance.

Ich nehme den Kampf auf und notfalls bombe ich mir den Weg, zu meinem persönlichen Frieden, frei. Tod den Unterdrückern. Jeder ist gleich; niemand ist gleicher.

Darauf die Tage und Wochen , Monate des Wiederaufbaus. Wirtschaftswunderjahre. Aus der Kriegsasche steigt der Friedensphoenix. Neue Märkte und Häfen werden entdeckt, das Leben ist ein einziger Sommer und alles scheint möglich, ist es dann auch. Und im Hintergrund singt Heinz Erhard.

Zuviel der Harmonie, der Rebell steht auf und hinterfragt die neuen Gesetzte zur friedlichen Koexistenz.

Es muss ausschweifend sein, gierig das alte vergessen machen. Nie mehr Armut auch nie mehr Völlerei. Neue Grenzen werden verhandelt. Möglichst den nächsten Krieg verhindern und dennoch Gewinn machen. Am Rande zum Krieg am Rande zum Frieden leben und weinen und jammern, weil man nirgends ganz dazu gehört.

07 September 2009

Ich weiß, was ich in den Ferien gelernt habe.....

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erleben. Erlebt habe ich viel. Einen Umzug nach Holland, Regen im Zelt auf dem Campingplatz, Sauna mit der Besten, Kaffe trinken und Frühstücken, Ibiza - Westend- der Berg - Tom Novy - Space - Monza- Strand - Paella, Sauna im PAlm Beach, LOST, Häusliche Krankenpflege, Freunde.....
Ich habe auch etwas grundlegendes gelernt.
In all dem Globalisierungswust, dem - wir - sind - eine - Welt - und - rücken - immer - näher - zusammen - Gerede, entstehen kleine und große Welten, die uns wieder voneinander trennen.
35 Jahre und in Hückeswagen sind nicht 35 Jahre und in Stuttgart, Party in Stuttgart ist nicht wie PArty im Westend oder im Space, ein Reihenhaus in einer Kleinstadt in Nordreihnwestfalen ist nicht das gleiche wie ein Reihenhaus in Zeeland und noch weniger wie ein Haus auf einem Berg in Ibiza.
All die Ratschläge und Ideen, die man so gibt, gehen von den eigene Erfahrungen und Werten in der eigene kleinen Welt aus. Sind sie auch gültig für die Welt der anderen?

ein Heiku

Da ich für die Schreibwerkstatt die August Hausaufgabe nicht rechtzeitig fertig hatte, muss der ehrenwerte Leser meinen Erguss hier lesen.

wo ist mein Platz hier?
bin nicht dort - nicht wirklich hier
werd´den Platz finden

19 Juli 2009

Der Fleischklops

Da sitzt er und sabbert sich voll, mein Bruder. Das tut er nun seit sechsundzwanzig Jahren vier Monaten und drei Tagen.

Woher ich das so genau weiß? An dem Tag wurde mein Leben versaut. Dieser Fleischklops, so nenne ich ihn, meine Eltern nennen ihn Frank, kam drei Monate zu früh auf die Welt. Er hatte die Nabelschnur um den Hals gewickelt und sein Rücken war offen. In Fachkreisen heist es Spina Bifida.

Davon gibt es mehrere Formen. Die Meisten sind nicht weiter schlimm, die vom Fleischklops schon. Ausserdem ist er gelähmt, kauen und schlucken kann er auch nicht richtig und er kann nicht sprechen.

Wenn er wenigsten so wäre wie Steven Hawkins. Der ist zwar auch ein Fleischklops, aber ein Fleischklops mit Gehirn.

Es piept. Beim Fleischklumpen piept immer irgendetwas, meist der Automat über den er ernährt wird. Manchmal piept auch das Teil an seinem Finger, es mißt irgendwie ob er genug Sauerstoff hat. Als ob ein Sauerstoffmangel irgendetwas verschlechtern könnte.

Es piept weiter. Meine Mutter regelt das mit dem Piepen immer. Ich weiß nicht was piept und wenn ich es wüsste, könnte ich es nicht abstellen.

So war das schon immer. Der Fleischklops liegt oder sitzt in diesem unendlich teuren Rollstuhl, irgendetwas piept und meine Eltern stürzen herein und drehen, drücken, schrauben an den Knöpfen der Geräte herum. Das Piepen hört auf und sie streicheln ihn, reden mit ihm.

Ich wollte ihn heilen, damals als er so winzig und krüppelig aus dem Krankenhaus kam. Ich hatte den Zauberstab im Kindergarten gebastelt, damit ich Frank damit heilen konnte. Jeden Tag, nach dem Kindergarten stand ich vor seinem Bett, mit all den Kabeln und Knöpfen und sagte selbst ausgedachte Zaubersprüche auf. Sie halfen nicht.

Ich durfte nicht an ihn ran, ihn nicht berühren weil meine Eltern Angst hatten ich würde an einen der Knöpfe kommen.

Ich hörte auf ihn zu besuchen. Ignoriert sein Zimmer.

In der Grundschule erzählte ich noch das mein Bruder krank sei.

Als ich aufs Gymnasium kam, war er für mich nur noch der Fleischklops, der bei uns am Leben gehalten wird.

Es piept immer noch. Meine Mutter kommt nicht rein und drückt irgendeinen Knopf. Das Piepen hört nicht auf.

Als ich zu Hause ankam lächelte sie mich an und fragte,warum ich Marie nicht mitgebracht habe. Sie begreift es nicht. Ich kann Marie nicht von Dem Fleischklops erzählen. Es ist einfach nicht normal so was in der Familie zu haben und zu versorgen.

Das meine Freundin an meinem dreißigsten Geburtstag fehlt, habe ich mir nicht ausgesucht. Meine Eltern wollten unbedingt den Fleischklops dabei haben und ich kann ihnen nicht erzählen, was ich über ihn denke, das würde sie fertig machen.

Also ist der Fleischklops dabei und Marie eben nicht.

Aber meine Eltern sind nicht da. Sie haben mich mit dem Klops und all seinen piependen Geräten alleingelassen. Scheiße vielleicht ist es doch wichtig. O.K. Jetzt ganz ruhig bleiben. Ich geh zu seinem Rolli und sehe mir sie Geräte in Ruhe an. So schwer kann es ja nicht sein. Scheiße das Sauerstoffmessdings piept, es hat kein Signal. Wo bleiben meine Eltern? Scheiße, Scheiße, Scheiße er erstickt. Nein halt ich hör ihn ja atmen, dieses Schleimrasselnde ein und ausatmen. OK er atmet. Ich verfolge das Kabel vom Gerät bis zu dem Teil, das an seinem Finger steckt. Es liegt am Boden. Ich hebe es auf, stecke es wieder an seinen Finger und es hört auf zu piepen.

Ich bin schweißgebadet, schaue auf Klops und der sieht aus, als würde er grinsen.

Es piept wieder.

Scheiße, wieder kein Signal für das Sauerstoffmessteil. Ich schaue nach, das Fingerding ist wieder abgefallen. Ich hebe es auf und stecke es wieder an seinen Finger.

Er grinst wirklich. Ich schaue auf seine Finger und sehe, wie er mit dem Mittelfinger das Messteil von seinem Zeigefinger abstreift. Es piept, ich hebe es auf stecke es wieder an seinen Finger und er grinst.

Er macht das mit Absicht. Wenn er das mit Absicht macht, hat er ein Gehirn und er versteht mich, irgendwie.

Ich frage nach: „Machst Du das mit Absicht?“. Er schiebt es wieder von seinem Finger, grinst.

Scheiße, der versteht mich. Hat er mich schon immer verstanden? „Hast du mich immer verstanden, wenn ich mit dir geredet habe?“ Er zieht seinen Röchelrotz tief hoch und grinst. Ein ja.

„Frank“, ich stocke, schäme mich, will es ihm sagen, aber was soll ich sagen?

Soll ich ihm sagen, daß mir all die Male die ich ihn einen blöden Fleischklops genannt habe leid tun?

Soll ich ihm sagen, daß mit meine Eifersucht leid tut? Das ich ihm nicht wirklich den Tod gewünscht habe, als ich völlig besoffen an meinem sehzehnten Geburtstag in seinem Zimmer rumgebrüllt habe, bis meine Eltern kamen. Soll ich all das sagen?

Er röchlerotzt, hustet. Ich schaue ihn an. Er weint, schaut mich abwartend an, versucht etwas, das wohl ein Lächeln sein soll. Ich schäme mich.

Er sieht die Luft tief ein, so das eine Art Pfeifen entsteht.

Meine Eltern kommen rein. Mein Vater geht vorne weg, eine Torte mit dreißig Kerzen in der Hand, mein Mutter steht hinter ihm, die Thermokanne mit dem Kaffe in der Hand. Sie singen Happy Birthday, wollen das ich die Kerzen ausblase, mir was wünsche.

Es piept, meine Mutter springt zu Frank hin, steckt das Messteil wieder an seinen Finger; er grinst.

„Ich möchte gerne mit Franke zusammen die Kerzen ausblasen“. Er röchelrotzt so viel lauter als sonst, ich puste wie wild und die Kerzen gehen aus.

Ich wünsche mir Vergebung.


08 Juli 2009

hier wieder eine neue Geschichte, wie immer nicht korrigiert damit die Rechtschreib - Front was zu tun hat :-)

Ich wollte eine von ihnen sein, ohne so zu werden wie sie sind.
Sie haben mir gesagt, dass die Sonnenaufgängen einem am meisten fehlen würden, aber das stimmt nicht. Mir fehlt die pralle Mittagssonne am meisten.
Ich bin ein Vampir und was auch immer in den Büchern stehen mag, wir reagieren allergisch auf Sonnenstrahlen. Je stärker die Sonnenbestrahlung ist, desto mehr reagiert unsere Haut. Sie wirft Blasen, die sich nicht mit Wasser füllen, wie bei euch sterblichen. Bei uns füllen sie sich mit Blut. Je stärker die Bestrahlung ist, desto größer werden die Blasen und um so größer ist der Blutverlust.
Die ganze Energie, die euer Blut uns liefert, verpufft in den Blasen und dann Bäm – Blutmatsch.
Als sie mir angeboten haben eine von ihnen zu werden, haben sie mir auch die Konsequenzen genannt. Man verändert sich. Nicht nur die Sache mit der Sonne macht uns anders. Wir essen nicht und wir trinken nicht. Nie ? Nichts? Genau nie und nichts! Wir vertragen es nicht und es schmeckt auch nicht. So etwas macht Einladungen recht schwer. Den Leuten fällt auf wenn du dein Essen auf dem Teller hin und her schiebst und sie stellen Fragen.
Deshalb haben sie kaum enge Beziehungen zu euch. Außerdem freundet man sich nicht mit seiner Nahrung an, hat mir einer gesagt. Ich versuche trotzdem Kontakt zu meinen alten Freunden zu halten. Leicht ist das nicht. Ich muss gucken, dass ich vorher „esse“. Wer will schon seine Freunde aussaugen, nur weil ihn der Hunger überkommt? Da ich nicht altere, werde ich wohl in fünf bis zehn Jahren fortziehen müssen. Mein Mentor meint dann fällt es auf.
Ich habe ihnen von Anfang an gesagt, dass ich nicht von Menschen leben will, nicht von menschlichem Blut. Da ist es schwer sich Nahrung zu beschaffen. Es fällt eher auf wenn ein Hund oder eine Katze vermisste wird, als wenn ein Mensch verschwindet. Und die Schlachthöfe sind nicht wie die Schlachthöfe in den Filmen. Die Menschen haben Securitypersonal angestellt um die Leute von Greenpeace und co fern zu halten. Das erschwert die Nahrungsaufnahme gewaltig.
Natürlich bin ich schneller als die Menschen. Ich kann aus hohen Höhen runterfallen ohne mir etwas zu brechen. Ich kann Wände hoch laufen und auf Strommasten balancieren. Aber ich bin nicht unsichtbar und die Schlachthäuser sind Videoüberwacht. Da niemand von unserer Existenz wissen soll, wäre es ein Fehler vor laufender Kamere Schweine auszusaugen.
Bisher habe ich von Ratten und Tauben. gelebt Davon gibt es eh zu viele und letztere kacken nur die Stadt voll. Man muss viele Ratten und Tauben aussaugen um auf eineinhalb Liter Blut zu kommen; soviel brauche ich pro Nacht.
Der Geruchssinn verändert sich auch, er wird stärker. Ich kann den Schweiss von dem Typen gegenüber riechen. Du riechst sein Aftershave, sein Au de Toilette und mehr nicht. Ich rieche auch was darunter ist und ich sage Dir der Typ wäscht sich nicht.
Nein Gedanken kann ich nicht lesen, aber ich habe einen besseren Instinkt als Du. Den scheinen wir zu brauchen; zum überleben und zum Jagen. Wir merken wenn Gefahr droht und ob jemand schlechtes Blut hat. Man hat mir beigebracht, das schlechtes Blut uns schwächt. Krankheiten egal welcher Art können nicht auf uns übertragen werden, wir stecken uns nicht an und sterben. Aber wenn wir Blut eines kranken Menschen trinken, sind wir Tage lang schwach, langsamer als sonst, nicht so schnell und geschickt.
Natürlich ist es großartig, wenn du feststellst, was du alles neues drauf hast. Die Geschwindigkeit beim Laufen ist Phänomenal und ich finde es schade, das Laufwettbewerbe nur Tagsüber abgehalten werden. Endlich würde ich so etwas mal gewinnen können. Alleine, Nachts durch einen Wald zu laufen ist auch schon der Hammer. Ich habe keine Angst. Wen soll ich fürchten? Der Typ der einsamen Joggerinne nim Wald auflauert, wird an mir keine Freude haben. Aber bis jetzt ist noch nichts passiert.
Ich laufe fast jede Nacht. Das hält die Muskeln geschmeidig und stärkt den Instinkt, sagt mein Mentor. Die ersten Wochen sind wir zusammen gelaufen, damit ich lernen konnte echte Gefahren von einem Kaninchen oder einem Fuchs zu unterscheiden. Einmal bin ich in, durch ein Geräusch aufgeschreckt, einen Baum hochgestürmt und habe ein Eichhörnch fast zu Tode erschrocken.

Was auch ziemlich toll ist, ist die Sache mit der Temperatur. Ich friere nicht mehr, wie früher. Irgendwas ist mit unserer Haut anders. Jetzt muss ich bevor ich das Haus verlasse immer auf das Thermometer schauen. Es ist auffällig wenn eine Frau im tiefsten Winter ohne Mantel aus dem Haus geht.
Wie gesagt es hat viele Vorteile ein Vampir zu sein. Bis auf die Sache mit dem Blut und der kleinen Sonnenallergie ist es großartig.
Wir müssen kaum etwas fürchten, da wir schnell, wendig und anpassungsfähig sind. Wir sehe nicht gefährlich aus. Im Gegenteil, so wie die fleischfressenden Blumen mit ihrem Geruch die Fliegen anlocken, machen wir das mit unserem Aussehen bei euch. Wir sind schön und wir riechen gut, das zieht euch an.
Wenn Du Hunger hast, als Vampir meine ich, ist das echt schlimm. Es ist kein Hüngerchen oder Appetit haben. Es ist ein alles beherrschendes und jede menschliche Regung verzehrendes Verlangen. Du musst schnell reagieren und vorzeitig Deine Nahrung suchen, um dem zuvor zu kommen. Ich erkläre es mir damit, weil wir die üblichen Überlebensinstinkte nicht brauchen, haben wir eben auf dem Gebiet der Ernährung extrem ausgeprägte Instinkte.
Wir könne unsere Gestalt nicht ändern, wenn ich das könnte würde die Nahrungsbeschaffung sehr vie leinfacher sein. Ich könnte als Vogel meine Beute aussuchen, ein Häppchen essen, wieder als Vogel auf der Straße landen, mich zurückverwandeln und mich völlig normal benehmen.
Seit drei Monaten lebe ich nun von Waldtieren, Ratten und Tauben. Ich verbringe die meiste Zeit, meiner Nächte mit der Jagd nach ihnen. Andere meiner Rassen wachen auf, jagen schnell etwas und dann läuft ihr Leben ganz normal weiter. Sie töten nicht. Sie betäuben, saugen sich satt und verschwinden. Wenn der Hautkontakt mit dem Vampir abbricht, dauert es noch etwa fünf Minuten bis das Opfer wieder aufwacht, sich wundert und zum Arzt geht. Der Arzt macht ein par Tests, stellt dann einen epileptischen Anfall mit mit retrograder Amnesie fest, gibt dem Patienten ein paar Tabletten und das war es dann.
Wenn keiner stirbt ist es nicht schlimm, sagen die meisten meiner Rasse. Ich finde es schlimm. Wie eine Zecke, die sich vollsaugt, nur das ich keine Krankheiten übertrage.
Vielleicht bin ich aber genau das und handle wieder meiner neuen Natur. Vielleicht muss ich damit meinen Frieden machen mich daran gewöhnen und es zulassen. Aber von wem soll ich mich dann ernähren? Du meinst von bösen Menschen, Verbrechern, Mördern, Vergewaltigern?
Das wäre eine Idee, aber wie soll ich ins Gefängnis kommen, die Akten lesen, die entsprechende Zelle finden, den Verbrecher aussaugen und ohne entdeckt zu werden rausspazieren?
Es ist nicht so einfach.
Die Psychiatrie soll ich nehmen? Nein danke, ich weiss nicht, was geschieht, wenn ich das Blut eines Seelenkranken trinke. Ich sagte doch, dass es uns nicht tötet aber schwächt, von kranken zu trinken. Ich werde mich wohl doch von Menschen ernähren müssen.

Lass uns gehen, ich habe Hunger.

05 Juli 2009

Pepperpartie fand statt

An einem Donnerstag war es soweit, die Pepperpartie, von mir großmäulig angekündigt, fand statt.
Wenn diverse Freunde mich nicht darauf festgenagelt hätten, wäre es wohl bei der Androhung geblieben. So wurde der Boden aber immer dünner und als eine liebe Kollegin dann vorschlug das ganz zusammen zu machen, war ich überzeugt.
Wir durchsuchten die Seite von Pepperparties nach einer freundlichen Beraterin in unserer Nähe und stiessen auf Frau Schienbein, deren Vorstellungstext und Name überzeugte.
Es wurde also mit besagter Dame telefoniert und ein Termin gemacht. Dann begaben wir uns an die Gästeliste. Also mit 8 bis 15 Leuten würde es, laut Frau Schienbein ganz nett. Was aber wenn die Leute kurz vor knapp absagen, oder alle absagen oder, oder, oder. Als war unser Plan wie folgt: Wir schrieben 12 Leute auf die Liste und jeder sollte eine Freundin mitbringen. Zum einen ist man dann nicht allein und zum anderen geht die Rechnung dann bestimmt auf.
Es kamen 12 Mädels. Wir waren alle kicherig, aufgergt und gespannt und dann kam die Präsentation von Frau Schienbein.
Es war völlig entspannt und überhaupt nicht schockierend. Sie stellte die verschiedensten Cremchen, Öle und Gele vor. Mit Geschmack zum Essen, pflegend, ohne Zucker, Kerzen die zu Öl wurden, ein Puder mit Pinsel, Cremes zum anmalen, kühlen oder wärmen. Als ojo nach Hause kam (den hatte ich ausquartiert) meinte er, es röche wie bei Douglas.
Nach einer Pause kamen dann die "anderen" Sachen. Aber auch hier war es nicht unangenehm oder der Vorhof zum Hartcore Film. Alles für Mädchen und dementsprechend nett und passend aufgemacht. Zu all dem kam die eine oder andere medizinische Information.
Es war ein netter abend, Frau Schienbein hat sich auch gefreut.
Auf jeden Fall besser als die Plastikschüsseln oder Putzlappen und vielleicht werde ich eine Frau Schienbein.

27 Mai 2009

Beziehungsweise...

Wie lange muss man eine Beziehung haben um mit seinen Freunden nicht mehr offen darüber zu reden?
Wie viel Offenheit ist: too much information?
Wann ist eine Beziehung gut?

Mir hat vor vielen Jahren jemand gesagt:" Wenn das was ihr macht Ehe ist, dann will ich nie heiraten". Vielen Dank. Das treibt einen ja fast schon ins Schweigen, als nicht mehr reden, immer lächeln?
Ich kenne mittlerweile einige Paare deren Beziehung, für Außenstehende ganz plötzlich vorbei war. Paare die ich noch Wochen vorher zum Paar des Jahres gewählt hätte, sind plötzlich auseinander und dann erfährt man, so plötzlich ist das gar nicht.
X hat sich schon ganz lange vernachlässigt gefühlt. Y braucht Freiheit.... und all die Themen drumherum und zwischen den Zeilen.
Warum haben X oder Y nie was gesagt? Nie erzählt was sie tief innen bewegt? 
Muss man irgendwann als Paar eine totale Einheit bilden, die nach außen nur die Schönwetterinformationen und die netten Probleme (Wir finden kein Haus, das wir uns leisten können. Auf Welche Schule schicke ich mein Kind?) zeigt?

Aussenstehend denkt man dann, dass nur man selbst Höhen und Tiefen hat und alle anderen eben einfach perfekt sind. Also erzählt man selbst auch nichts mehr und die anderen denken, bei denen ist ja alles super. 
Gute Beispiele sind aber doch die Leute die durch die Tiefen und die Höhen gehen und davon berichten. Die machen mir Mut, spornen mich an nicht aufzugeben und an den Tiefen zu arbeiten damit die Höhen vielleicht länger dauern können.

Aber wie viel Offenheit erträgt der Freundeskreis? Ab wann findet ein informational overflow statt oder man kreist immer um den gleichen Brei in seinem privaten Jammertal? Ich habe Leute gekannt, die mir nach fünf Minuten smalltalk-Kennenlernen, direkt erzählt haben was ihr Ehepartner alles falsch macht und wie lange sie schon in Ehetherapie sind. Das ist auf jeden Fall zu viel.


Vielleicht ist ein goldene Mittelweg das Ideal, wie immer anscheinend.


26 Mai 2009

gläserne Hochzeit

Am 07. Juni feiern wir unseren 15 Hochzeitstag- gläserne Hochzeit.
Da wir eine sehr kleine Hochzeit hatten, haben wir vor Jahren beschlossen, regelmäßig eine Sause zu machen und uns und unsere Freunde zu feiern. Ohne unsere Freunde wären die Täler tiefer und die Höhen nicht ganz so hoch. 
Da es im Moment in unserem nahen und fernen Umfeld in den Beziehungen rappelt und kriselt (das ist wohl normal zwischen 35 und 45 - Midlifecrisis), freuen wir uns nicht im Trend zu liegen.
Ich freu mich wie verrückt auf die Sause. So viele Leute aus fern und nah haben zugesagt. Hoffentlich wird es so schön wie es sich jetzt anfühlt. Ich werde berichten.

24 Mai 2009

Durch den Westen gejoggt



Hier habe ich mich ein wenig gewundert.... und dabei an die Ine gedacht!



Hier habe ich mich gefragt was das wohl heißt? GOK--- gey oh key, vielleicht?













Das habe ich für Helen und die Bömmi gefunden...





















17 Mai 2009

Der Kuckuck und der Esel - eine Fabel

Der Kuckuck lies schon seit einiger Zeit seine Jungen von anderen Vögeln aufziehen, hatte er doch etwas besseres zu tun, als ständig hin und her zu fliegen, um Unmengen von Würmern in ständig hungrige Schnäbel zu stopfen. Eines Tages beobachtete er wieder mal wie Frau Zaunkönig sein Küken versorgte und umhegte, als wäre es ihres. Da hatte er eine Idee: „Warum mache ich mir all die Mühe und suche mir Nahrung, wenn die Frau Zaunkönigin und ihr Gemahl doch das gleiche für mich tun könnten?" So wartete er ab, bis sein Kind das Nest der Zaunkönige endgültig verlassen hatte. Er legt sich neben den Baum und rief zum Steine erweichen: „Mutter Zaunkönig, Vater Zaunkönig helft mir ich habe mich verletzt und bin ganz schwach.“ Sofort kamen die Zaunkönige heran geflogen, meinten sie doch ihr Junges wäre zurückgekommen und sei in großer Not. Sie stützten, schoben und hoben ihren angeblichen Sohn und flogen schließlich mit dem Kuckuck in der Mitte zurück in ihr Nest. Da hatte der Kuckuck es gut und lies sich füttern und verwöhnen bis er so fett war, dass er das ganze Nest ausfüllte. Die Zaunkönige begannen sich zu wundern, über ihren immer dicker werdenden Sohn und seine langsame Heilung. Eines Tages, seine Frau war ausgeflogen, kam der Zaunkönig früher als gewöhnlich zum Nest. Da hörte er, den Fuchs mit seinem angeblichen Sohn sprechen „Auf Wiedersehen und lass dich nicht erwischen. Wenn herauskommt, daß du ein Betrüger bist, kann es ein schlimmes Ende nehmen.“ Da lachte der Kuckuck sein typisches Lachen. Da endlich merkte der Zaunkönig welchem Betrüger er aufgesessen war. Er flog laut schimpfend zu seinem Nest und stellte den Kuckuck zur Rede. Alles Erklären und Ausreden half nichts, der Zaunkönig flog mit seiner Frau davon und erzählte im ganzen Wald von den Betrügereien des Kuckuck. Am folgenden Tag kamen Holzfäller in den Wald. Sie suchten die besten und schönsten Bäume aus, auch der Baum des Kuckucks war darunter. Als er sah, daß alle Vögel ihre Nester verließen, wollte der Kuckuck ihnen folgen. Aber er konnte das Nest nicht verlassen, er war genau so groß wie das Nest und die Wände drückten ihm die Flügel an seinen Fetten Leib. Er drehte und wand sich bis er seine Flügel befreit hatte. Er flatterte so schnell und stark er konnte, aber die Flügel waren zu klein um die Last seines dicken Leibes zu heben. Da rief er laut um Hilfe. Die anderen Vögel aber flogen weit von ihm weg und riefen: „Genau das hat uns der Zaunkönig berichtet, wir fallen nicht auf dich Faulpelz herein.“ Da wusste der Kuckuck: Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht und wenn er auch die Wahrheit spricht.

14 Mai 2009

Wenn wir alt sind....

Liebe Stephie,

unser letztes Telefonat geht mir nicht aus dem Kopf... Was machen wir, wenn wir alt sind?

Vielleicht müssen wir erstmal die Frage klären, ab wann wir alt sein werden?

Der Mensch wird ja immer älter. Ich habe neulich mein Todesalter im Internet errechnet und ich werde 113.

Die Altersdefinitionen, wer macht was in welchem Alter und wann sehen wir runtergerockt aus und wann sind wir runtergerockt sind ja fliessend.

30 ist jetzt das neue 20 und 50 ist das neue 40. Es wird wohl so weiter gehen und wir sind erst mit 80, was dann das neue 70 sein wird, alt.

Aber davon sollten wir uns nicht verwirren lassen. Es ist auf jeden Fall sicher, das unsere Männer vor uns sterben. Das bring uns unserem Plan näher. Männer sterben 5 Jahre eher als Frauen. Meiner 1 Jahr älter als ich, das heisst wir haben sechs Jahre Zeit für unsere Altenheim WG.

Solange Deine Kinder, also meine Patenkinder noch klein sind, sollten wir einen Vertrag aufsetzten (wir werden ihn natürlich auf ihren 18 Geburtstag vordatieren), der sie verpflichtet uns ein erster Klasse Altenheim zu finanzieren. Noch glauben sie, das es etwas tolles ist der lieben Tante einen schönen Altenheimplatz zu bezahlen. Wir müssen die Zeit nutzen.

Wen wir im dort sind treffen wir bestimmt viele alte Bekannte, die dann hoffentlich schon seniler sind als wir. Denen die wir noch nie leiden konnten, werde ich die Protesen Nachts vertauschen. Ganz zu schweigen davon was man alles feines mit dem Inhalt der eigenen Bettpfanne im Bett anderer Leute machen kann.

Ich würde gerne unser Zimmer gegenüber einer weiterführenden Schule haben. Am liebsten Hauptschule dann können wir tolle neue Worte lernen. Die benutzen wir dann beim Abendessen in unserem gehobenen Altenheim. Ich sehe es deutlich vor mir „ Ey, Frau Meyer du geile bitch gib mir mal den Lachs sonst versteck ich deinen Gehwagen“.

Auf jeden Fall las uns bei dem Gedanken bleiben und ihn in Ruhe ausbauen.... wir haben noch ein paar Jahre ...

09 Mai 2009

Was neues von Mirinda... weiters folgt

Mirindas Mutter ist wirklich tod und Mirinda ist nur ein kleines bisschen traurig darüber. Sie schämt sie m Buden bauen kommt das Gefühl und bezwingt sie.

Die anderen Kinder sind dann böse mit Mirinda weil sie nicht richtig mitmacht und das tut Mirinda wirklich leid. Sie kann es aber nicht erklären, dieses Wachsam sein müssen und aufpassen. Die anderen Kinder werden es nicht verstehen und dann hat sie wieder niemanden der mit ihr spielt.

Mirinda kann sich nicht wehren. Das Gefühl kommt und dann muss sie sich gleich auf den Rücken legen und warten bis es mit einem fetten, lauten Patsch auf ihr sitzt und anfängt sie zu würgen.

Heute, am ersten Tag der Sommerferien spielen sie Krieg und Uno. Konstanze eine von Mirindas Freundinnen hat das Spiel erfunden. Ihr Vater ist bei den Blauhelmen und sorgte dafür, dass die Menschen die Krieg miteinander haben sich nicht mehr verhauen und umbringen. Die Leute haben der ganzen Welt versprochen es nicht zu tun, aber es fällt ihnen schwer sich daran zu halten.

Konstanze hat erklärt, dass sie erst drei Gruppen sein müssen. Zwei große Gruppen, die böse aufeinander sind und sich hassen und eine kleine Gruppe wo viele ausländische Sprachen gesprochen werden. Die sind die Blauhelme oder die Uno, da ist Konstanze sich nicht ganz sicher.

Die Uno-Kinder tragen Baseballkappen oder blaue Mützen und sehen zu wie die Turnschuhe gegen die Sandalen kämpfen. Mirinda ist heute bei den Sandalen aber sie ist nicht ganz bei der Sache. Sie hört die Blauhelme in Kauderwelsch miteinander sprechen währende Max, ein dicker und gemeiner Junge, sie umrennt. Er tritt dabei auf ihr Haar und ein Stück von ihren Ohr. Mirinda weint nicht, sie bleibt einfach liegen.

Jetzt ist Schluss“ brüllte Konstanze. Die Sandalen und Turnschuhe müssen aufhören mit kämpfen, wenn die Blauhelme es sagen. Aber wie bei echten Kriegen tun das nicht alle. Max hat umgedreht und schmeisst sich mit einem Platsch auf Mirinda und legt die Hände um ihren Hals, hebt ihren Kopf und schüttelt, schüttelt, schüttelt. Mirinda tut nichts. Ihr ist schlecht und schwindelig und Max soll aufhören, aber sie wehrt sich nicht weil er irgendwann gehen wird. Sie kennt das. Das blöde Gefühl macht das auch. Es würgt und schüttelt und Mirinda wird schlecht und dann geht es irgendwann.

Aber diesmal greifen die Blauhelme ein. Sie zerren Max von Mirinda runter und er muss strafsitzen, wie bei der Supernanny. Konstanze hat extra einen roten Plastikstuhl mit auf den Spielplatz genommen und jeder der gegen die Uno-Regeln verstößt muss auf den Auszeitstuhl und darf nicht mitspielen.

08 März 2009

So jetzt mal was,für zum traurig sein!






Es war einmal ein kleines Mädchen ,das hiess Mirinda. Sie persönlich fand den Namen scheusslich, weil es auch eine Limonade gab, die so hiess. Mirindas Mutter fand den Namen schön. Sie hatte ihn extra ausgewählt, weil er sonnig und süß klang. Weil der ganze Name orange war, wie die Limonade. Vor allem aber hatte Mirindas Mutter den Namen ausgesucht, weil nichts an dem Namen traurig war.
Mirindas Mutter war oft traurig. Manchmal weinte sie schon beim Frühstück. Wenn Merinda fragte, warum sie traurig sei, zuckte sie oft mit den Schultern und sagte: „Ach Mirinda, es ist alles traurig heute.“ Oft wischte sie sich dann ganz schnell die Tränen ab und versuchte ein Lächeln. 
An solchen Tagen ging Mirinda voller Sorgen zur Schule. Sie sass dann im Unterricht und sorgte sich. Was wäre wenn Mama nie mehr aufhören würde zu weinen? Mama wollte nicht das die Nachbarn, die Frau im Supermarkt an der Kasse oder sogar die Oma wussten, dass sie traurig war.
Wenn ihre Mama für immer traurig sein würde, würde sie immer in dem Supermarkt gehen müssen. 
Mirinda ging oft in den Supermarkt. Mirinda Mutter sagte dann: „Mirinda, ich bin heute so traurig. Du bist nie traurig, weil dein Name so fröhlich ist. Bitte geh für mich einkaufen. Ich will nicht, dass die Kassiererin merkt wie traurig ich bin.“ An solchen Tagen musste Mirinda auch ans Telefon gehen und wenn jemand ihre Mutter sprechen wollte, sollte Mirinda sagen, dass ihre Mutter nicht da war. Aber ihre Mutter war da. Sie lag im Bett und weinte. Wenn sie nicht weinte schlief sie.
Dann machte Mirinda sich das Mittagessen und das Abendessen selber und sie schickte sich auch selber ins Bett, mit Zähneputzen und Gesicht waschen.
Obwohl Mirinda nie traurig war, weil man mit ihrem Namen nie traurig sein konnte, war sie aber auch nie fröhlich. Sie schaffte es einfach nicht. Wenn andere Kinder lachten und sprangen und tobten, Buden baute und hinfielen, dann stand Mirinda da und sah zu.
Sie war nur draussen wenn ihre Mutter nicht geweint hatte, aber sie sah nur zu.
Sie sah zu und machte sich Sorgen um ihre Mutter, die vielleicht gerade jetzt in diesem Moment wieder traurig wurde.
Es war anstrengend aus der Wohnung zu gehen, wenn ihre Mutter traurig war und es ihr bestimmt, ganz, ganz bestimmt schon helfen würde Mirinda mit dem fröhlichen Namen bei sich zu haben.
Am Wochenende konnte Mirinda ganz bei ihrer Mutter sein. Dann musste sie nicht in der Schule sitzen und sich Sorgen machen, ob ihre Mutter gerade weinte. Dann wusste sie ob ihre Mutter weinte. Mirinda wachte dann morgens schon früh auf und oft wusste sie dann auch, ob ihre Mutter heute traurig sein würde oder ob es ein guter Tag würde.
An den guten Tagen, weinte ihre Mutter nicht und Mirinda gab sich große Mühe alle traurigen Sachen vor ihrer Mutter zu verstecken. Der Fernseher musste aus bleiben, weil die Nachrichten für Tränen sorgen könnten. Die Tageszeitung schmiss Mirinda in den Müll, aber nach ganz unten. Das Telefon zog Mirinda aus der Steckdose. 

Eines Tages, Mirinda war gerade vom Supermarkt heimgekehrt, hörte sie beim Aufschliessen der Wohnungstür einen lauten Rums. Ganz schnell zog sie die Einkaufstüten hinter sich her in die Wohnung. Mirinda rannte ins Schlafzimmer, wo ihre Mutter schon den Ganzen Tag schlief und weinte. Ihre Mutter war hingefallen. Sie lag auf dem Boden und sie rührte sich nicht. Auch als Mirinda zu ihr lief und sie schüttelte, als sie laut „Mama, Mama“, rief rührte sich ihre Mutter nicht.
Auch jetzt weinte Mirinda nicht, denn so hatte ja diesen fröhlichen, sonnigen Namen, der alle Tränen fern hielt. Sie ging zum Telefon, ganz langsam damit sie nicht vielleicht auch fallen würde und rief die Feuerwehr an. „Hallo, hier ist Mirinda Steeger, ich wohne in der Hans-Christian-Andersen-Strasse 12 im dritten Stock. Meine Mama ist hingefallen und sie bewegt sich nicht mehr. Bitte kommt doch und helft meiner Mama“. 
Dann legte Mirinda den Hörer auf und öffnete die Wohnungstür, damit die Sanitäter herein kommen könnten. Sie setzte sich neben ihre Mutter und wartete. Warten kann ganz schön lang sein. Mirinda dachte schon fast, dass niemand kommen würde, da kamen die Sanitäter rein. 
Im Krankenwagen durfte sie mitfahren weil sie niemand wusste, der sofort kommen konnte um auf sie aufzupassen, aber sie durfte nicht mit ihrer Mutter in den Behandlungsraum. Also wartet Mirinda. Sie saß auf den harten Stühlen im Wartezimmer und starrte auf ihre Schuhe. „Blos nicht weinen“,dachte sie. „Wenn ich weine wird alles noch schlimmer. Ich darf nicht weinen mein Name ist sonnig und fröhlich.“
Eine Krankenschwester kam und fragte sie nach ihrer Oma und wo sie wohnen würde. Mirinda wollte nicht sagen, dass Oma im Altheim war und manchmal nicht wusste welcher Tag oder welches Jahr war. Und von Papa einem wusste sie nichts, den gab es nicht. 

Nach dem Mirinda wieder eine Weile allein gewartet hatte, kam die Krankenschwester brachte Kakao und setzte sich neben Mirinda. Da wusste Mirinda bescheid, ihre Mutter würde nicht wieder kommen. Im Fernsehen setzte sich auch immer jemand nettes neben die Person, die im Wartezimmer war. Dann musste der Wartende etwas trinken oder rauchen, wenn sie ihm Zigaretten anboten, und dann sagte sie etwas wie „Ich muss ihnen eine traurige Mitteilung machen, ihre Tante ist verstorben“. 
Mirinda lächelte die Krankenschwester an. Wenn sie lächelte, würde ihre Mutter wiederkommen und alles wäre gut, vielleicht auch besser. Die Schwester seufzte, schaute auf ihre Hände und blickte Mirinda dann ins Gesicht: „Deine Mutter wird nicht wieder kommen, diesmal nicht Mirinda. Deine Mama ist tod. Es tut mir leid“.
Mirinda lächelte weiter. Wenn sie nur weiter lächeln würde, würde alles gut werden. einfach lächeln, alles würde gut. Und dann taten Mirinda die Mundwinkel weh, so weh. Sie musste sie nach unten nehmen, aber sie würde nicht weinen. Sie summte leise, bis das summen nicht mehr ging weil ihr Kinn zitterte. Und dann zerrten die Mundwinkel nach unten und die Augen wurden nass und ihr ganzer Körper weinte. Sie schluchzte und es schüttelte sie und die ganze Mirinda mit dem fröhlichen, sonnigen Namen weinte.

01 März 2009

Himmelhoch jauchzend zu Tode betrübt


Hier nur ein Foto von Ersterem!


19 Februar 2009

beim Friseur

Ich war eben  beim 12€ Friseur meiner Wahl.
Ein Mann kommt rein. Dunkle raspelkurze  Haare, leichte Tonsur, kein Pony, auch da keine Haare. Es ist einer unserer Neudeutsch sprechenden Mitbürger:"Ey du hasch mir gestern die Harrre voll scheisse g´schnitten, mach besser."
Die Friseurin bleibt freundlich, bittet ihn sich zu setzten und fängt an zu schneiden, wo noch was geht. Sie hält ihm den Spiegel hin-Ey, das isch  voll schiff, sieht scheisse aus- und greift dann zum Rasierer mit den Worten:"Du hast keine Ahnung was Scheisse aussieht, das ist dein Problem!" und rasiert los.
als ausser einer Nassrasur keine Möglichkeit mehr bleibt, steht er wortlos auf und geht.

Aber er sah auf jeden Fall- nachher mehr scheisse aus als vorher, voll krass-

14 Februar 2009

....letzte Woche in Remscheid




Die eine Prinzessin.......













Die andere Prinzessin.....

31 Januar 2009

Hausfrauenparty

Ich gehöre dazu!
Endlich ich wurde eingeladen. Ein Hausfrauenparty. Dabei handelte es sich nicht um eine dieser Plastikschüsselveranstaltungen mit dreißig Jahre Garantie, da war ich schonmal. 
Ich wurde zu einer Putzmittel- und Reinigungstücher- Veranstaltung geladen.
Ich war ja so aufgeregt. Am meisten freute ich mich auf das Werbegeschenk für umsonst. Bei der Plastikschüsselorgie hatte ich mal eine sonnnegelbe Butterdose geschenkt bekommen und die Salatschleuder, die ich eigentlich kaufen wollte kostete nur die Hälfte, weil eine der anderen Kundinnen ihre loswerden wollte. Das fand die Plastikfrau nicht so gut, aber ich schon.  

Auf dem Weg zur Party telefonierte ich mit meiner Besten und erzählte ihr von den Putzlappen und Reinigungsmitteln. Das hätte ich besser nicht getan. Sie rief sofort, dass ich auf keinen Fall einen der LAppen benützen dürfte, weil die alle Oberflächen zerstören. Aber vielleicht ist sie auch voreingenommen, ihr Mann arbeitet bei der Chemiekeule Ecolab (super Kalkkiller im Sortiment) und ihr Vater bei 3m (die besten Mikrofasertücher der Welt). 
Ich hab trotzdem geschworen es nicht zu tun.

Dann kam die Party, aber es war eher ein Gottesdienst. Acht Hausfrauen, davon waren schon drei  gläubig und der Rest bekehrte sich nachdem der Wasserkocher der Gastgeberin, innerhalb von drei Minuten, ohne jeglichen Arbeitsaufwand, von verbrannten Kalkablagerungen befreit wurde.
Der Kalklöser landete schonmal bei jeder auf dem Bestellzettel, nur bei nicht, ich blieb dem Uli und Ecolab treu! 
Unter anderen unglaublichen Erfindungen und Errungenschaften dieser Firma, für die moderne Putzkultur, gab es auch ein Klobürst (Herzchenform aus Gummi) die glatte fünfzehn Jahre Garantie hat und schlappe 39,90 € kostet.
Diese acht Frauen inklusive meiner Wenigkeit, kauften an diesem Abend für über 400 €  Putz- und Reinigungsmaterialien. Ich gab  nur 8,99€ für einen Geschirrspülreiniger für meine Maschine aus. Mein Geschenk eines dieser teuflischen Reinigungstücher, die ich eigentlich nicht benutzen darf... Ich lebe gefährlich und tue es dennoch.

Es ist unglaublich, nach Jahrhunderten des Wiederstandes gegen die Unterdrückung der Frau, sitzen 2009 Frauen jeglicher Bildung und sozialer Kaste, auf einer Putzlappenparty und geben prekoitale Geräusche der Begeisterung von sich, wenn sie einen Vortrag über Reinigungsmaterialien hören.
Nicht eine schien einen Mann zu haben der putzen kann, oder von dem sie es eventuell (wenn der Wind gut steht) erwartet. Da fielen Sätze wie :"Den Lappen legt man ins Badezimmer, dann kann Mutter g´schwind drüber wischen, wenn sie eh im Bad ist", oder "Damit wir nicht so viel Zeit zum Putzen benötigen, denn die meisten von uns arbeiten ja noch und haben Kinder".

Wenn ich so was hör, krieg ich wieder dieses Tourett-Syndrom.... ich will etwas dagegen setzten und das tue ich auch.
Ich werde eine Hausfrauenparty veranstalten, die den Mädels einen Grund für die Glücksgeräusche liefert. Demnächst hier in diesem Blog: der Termin für die PepperParty bei mir zu Hause!




22 Januar 2009

Satz den ich Hospiz Stuttgart an der Wand gefunden habe


Ich werde da sein,

Ich werde
keine Worte 
des Trostes finden.

Schweigend werde
ich Dich
in meine Arme nehmen,

um Dir
zu zeigen,
dass Du

nicht allein bist.

17 Januar 2009

noch ne Geschichte

Das Versprechen

„Das ist nicht Dein Ernst! Das kann nicht Dein Ernst sein“, brülle ich Eva an, als sie sich den Rucksack umschnallt und sich Richtung Treppe bewegt.
„Doch es ist mein Ernst, mein voller Ernst“. Sie bleibt ganz ruhig, schaut mich mit ihren schönen, dunkelgrünen Augen an. Meine Frau. 
Seit nun fünfundzwanzig Jahre sind wir verheiratet und ich will keinen Tag ohne sie sein. Das wollte ich noch nie.
Wir haben uns auf der Uni kennen gelernt. Sie, die Künstlerin von allen umschwärmt, hatte mich erwählt. Ich war einer dieser Typen, die nie wissen was sie anhaben, aber die letzten sechs Seiten der wissenschaftliche Abhandlung ihres Kollegen aus dem Kopf hersagen können. Ein Physiker.

Sie hatte mich angesprochen. Ich saß über ein Buch gebeugt, las etwas über den Kosmos und da sprach mich diese Frau an. Ich sah hoch und blickte als erstes in ihre Augen. Sie fragte worum es in dem Buch gehe, das ich las. Ich fing sofort mit einem Vortrag über das Sonnensystem, die Milchstraße und die neusten Erkenntnisse, der damaligen Zeit an.
Sie hörte wirklich zu, stellte Fragen. Obwohl sie nicht die geringste Ahnung von Physik hatte, waren ihre Fragen herausfordernd, fast philosophisch.
Wir redeten, bis die Mensa schloss, dann gingen wir, wie selbstverständlich zusammen nach Hause. Sie hat nach dieser Nacht nie mehr bei sich geschlafen.
Nach sechs Wochen zog sie mit all ihren Skulpturen, Malutensilien und Büchern bei mir ein.

Auch andere Paare haben die gleiche Chemie, oder die gleiche Wellenlänge, aber bei uns ist es anders, besonders. Sie atmet ein ich atme aus und umgekehrt. Obwohl sie die Künstlerin ist und es andersherum sein müsste, ist sie meine Muse.
Durch sie konnte ich besser lernen, denken, schreiben. Ich verlor meine Schüchternheit, man fand mich plötzlich witzig und unterhaltsam. So ist es bis heute geblieben.

Sechs Monate später heirateten wir. Ich machte Karriere. Sie war zu Hause, war Inspiration und Wegbegleiterin. Nicht nur für mich, auch für die Kinder. Unser Haus ist immer voll mit Menschen und Eva ist der Mittelpunkt. Sie wärmt einen ganzen Raum durch ihr Lächeln und bringt das Beste in jedem hervor.
Sie hat ihre Kunst nie aufgegeben und in unserem Haus ist das ganze Dachgeschoss ihr Atelier. Ab und zu verkauft sie was, macht eine Ausstellung und dann stehe ich neben ihr und bin so unendlich stolz. Diese wunderschöne Frau, die da neben diesen Skulpturen steht, von allen bewundert, ist meine Frau und sie liebt mich.
Heute haben wir silberne Hochzeit. Das Haus ist voller Leute. Unsere Kinder Freunde und Kollegen sind da. Evas Künstler lockern meine etwas staubigen Kollegen auf. Wir wurden besungen und beklatscht. Unsere Kinder haben aus alten Fotos einen Film gemacht, witzig mit Musik untermalt. Ein Jazzband spielt.

Vor einer Stunde suchte ich Eva. Als ich sie auch nicht in ihrem Atelier fand, ging ich in unser Schlafzimmer. Ich dachte sie brauchte ein bisschen Ruhe von dem Trubel. Im Schlafzimmer stand sie und packte den neuen Rucksack, den sie sich vor einigen Monaten gekauft hatte. Sie hatte auch Bücher über Rucksacktourismus, Südamerika und Survival gekauft, Stiefel, Treckinghosen, Funktionsunterwäsche. Es gab Wochen, da kam jeden Tag ein Paket.
Sie sagte, dass sie die Sachen am Tag unserer silbernen Hochzeit brauchen würde.

Eva blickte von ihrem Rucksack auf und lächelt mir zu, „Willst du mir packen helfen?“ 
Ich wusste, warum sie packte, was das ganze Zeug sollte, tat aber ahnungslos, „Packen, wofür? Willst du in dem Aufzug einen Sketch aufführen?“ Sie hatte sich umgezogen, das schwarze Cockteilkleid, die Perlenkette und die Pumps lagen neben der Seidenstrumpfhose auf ihrem Stuhl. Sie trug jetzt die Trackingkleidung, hatte ihr Haar aus der Hochsteckfriesur gelöst und zu einem Pferdeschwanz gebunden.
Sie lächelte, wirkte ein bisschen traurig als sie sagte: „Ich fordere das Verspreche ein, dass Du mir gegeben hast. Erinnerst du Dich an den Abend, als du mir den Heiratsantrag gemacht hast?“
„Eva das habe ich in meiner Rede erwähnt, du hast es in deiner Rede erwähnt, natürlich erinnere ich mich daran“, ich war ungehalten, wollte dieses Gespräch nicht.
Sie seufzte, „Du hast vergessen zu erzählen, warum du mir den Antrag gemacht hast und was du mir versprochen hast“.
Ich schaute weg, wollte nicht mehr in diese Augen schauen, die mich so gut kannten, jeden Gedanken erraten konnten.
Aber Eva fuhr fort: „An diesem Abend kam ich völlig begeister von Susannes Vorschlag nach Hause, wir waren einige Wochen vorher zusammen gezogen. Sie hatte mich gefragt, ob ich mit ihr eine Rucksacktour durch Südamerika machen wollte. Ich war Feuer und Flamme, denn es konnte funktionieren. In fünf Monaten würden wir unseren Abschluss machen, so lange könnten wir alles planen und am Tag nach der Abschlussfeier würden wir für sechs Woche nach Südamerika fliegen.
Dann würde ich zurückkommen und wir könnten uns eine größere Wohnung mit Atelier suchen und bis ans ende unsere Tage zusammenleben.

Da hast du mir den Heiratsantrag gemacht. Ich wolle nach der Südamerikatour heirateten, du aber sagtest: „Heirate mich jetzt, fahr nicht nach Südamerika. Du kannst am Tag unserer Silberhochzeit fahren und für ein ganzes Jahr durch den Urwald ziehen.“
Natürlich erinnerte ich mich. Ich hatte aber nie gedacht, dass sie es wirklich tun würde. Ich hatte gehofft, dass es ihr nicht mehr wichtig ist.

Ich hatte plötzlich Angst. Was sollte ich machen ohne Eva?
Ich versuchte zu verhandeln, Zeit zu schinden, sie auf nächstes Jahr zu verströsten. Eva lächelte nur und sagte immer wieder, „Du hast es versprochen.“
Dann wurde ich wütend brüllte herum aber sie lächelte und sagte; „Es ist Zeit. In einer Stunde Kommt mein Taxi zum Flughafen. Ich möchte mich noch von unseren Gästen und den Kindern verabschieden. Es wäre schön wenn du mich zum Flughafen begleiten würdest“. Dann ging sie zur Treppe.

Mit ihrem Rucksack auf dem Rücken geht sie die Treppe herunter. Sie strahlt und geht zum Klavier, nickt dem Pianisten zu, die Musik verstummt. „Liebe Freunde, Kollegen, liebe Familie, in unseren Reden über den Abend als Hans mir den Antrag machte, haben wir eine Kleinigkeit unterschlagen.“
Sie erzählt von meinem Versprechen. 
„Und nun ist der Tag gekommen. Auch wenn Hans in den letzten Monaten versucht hat meine Reisevorbereitungen zu ignorieren.“Eva lächelt, die Leute lachen.
Dann ist die Rede zu ende. Sie umarmt alle. Ihr Mut wird bewundert. Ich stehe daneben werde immer kleiner, immer mehr zu dem Eierkopf den sie vor über fünfundzwanzig Jahren in der Mensa angesprochen hat.

Wir gehen zum Taxi. Auf der Fahrt zum Flughafen hält sie meine Hand, die ganze Zeit. Wenn ich zu ihr schaue lächelt sie mich an, drückt meine Hand.
Am Schalter ds gleiche. Händchen halten, angelächelt werden.
Ich bringe sie zum Gate. Eine letzte Umarmung, ein Kuss noch. Ich habe Angst nie mehr atmen zu können. Eva schaut mich an, legt mir einen Brief in die Hand, sagt: „ Ich ruf an, sobald ich angekommen bin.“ Dann dreht sie sich um und geht.

Ich kann noch nicht nach Hause, die Kinder werden sich um die Gäste kümmern. Ich setzte mich in ein Flughafencafe`, bestelle Kaffee und öffne Evas Brief.

Mein lieber Hans,

Ich weiss Du hattest damals Angst, dass ich Dich verlassen könnte. Was hätte ich denn an den Südamerikanern finden können, was du nicht hast.
Ich weiss Du findest Dich klein und unscheinbar. Glaub mir, das bist Du nicht, sonst wärst Du mir nicht aufgefallen, damals in der Mensa.
Ich will, dass Du etwas merkst: Du kannst auch ohne mich atmen! 

Ich liebe Dich und bin in einem Jahr wieder bei Dir 
Deine Eva

Ich falte den Brief zusammen und bezahle meine Rechnung. Vielleicht hat Eva Recht. Hoffentlich hat Eva recht. Ich geh aus dem Flughafengebäude, steige ins nächste Taxi und atme tief aus.

13 Januar 2009

einfach eine Geschichte, die ich mir ausgedacht habe. Kommentare sind herzlich willkommen.

Nach all den Jahren, ein Treffen. Nur weil sie sich vor zwanzig Jahren geschworen hatten sich heute genau dort wieder zu treffen, fuhr sie dorthin.
Wenn sie damals mit siebzehn gewusst hätte wie schnell Zeit vergeht, hätte sie gesagt: „Kommt wir treffen uns in genau vierzig Jahren wieder hier“ und nicht schon in zwanzig. Wenn sie siebenundfünfzig wäre, wäre das alles nicht mehr so peinlich. Dann wäre sie daran gewöhnt und könnte alles ganz ruhig erzählen. Sie hätte Abstand, so als würde sie von einer anderen Person erzählen und nicht von sich.
Sie konnte es sich genau ausmalen, das Treffen. Erst großes Hallo und „wie ist es dir denn so ergangen“ und dann wenn alle bestellen würden, Bier, Sekt, Wein, irgendwas die Frage: „Warum trinkst Du denn nichts?“
Sie war angekommen. Das Hallo hatte sie überstanden. Die anderen Frauen waren auch optisch keine zwanzig mehr, genau wie sie. Krähenfüße, gut gefärbte Haare kaschierende Kleidung, damit das Hüftgold nicht zu sehen war.
Gut, die erste Runde war ohne die große Frage an ihr vorbeigegangen. Sie war auch nicht die einzige, die Kaffe trank, vielleicht hatte sie Glück und es fiel gar nicht auf.
Sie schwelgten in Erinnerungen über den Tag, als sie sich geschworen hatten, sich in genau zwanzig Jahren in diesem Kuhkaff in Bayern wieder zu treffen. Das Abi war gerade vorbei, alle hatten Studienplätze und klare Ziele vor Augen. Sie und ihre vier Freundinnen sollten einen Monat später in alle Richtungen verstreut werden. Ein letzter gemeinsamer Urlaub und damit sie sich nicht für immer aus den Augen verloren, die Abmachung eines Wiedersehens in zwanzig Jahren.
Der Abend schritt fort und die Gespräche wurden tiefer, „oh Gott bitte lass niemanden die Frage stellen“!
Aus ihnen war was geworden. Sie hatten es geschafft. Keine war nur Hausfrau und Mutter oder eine kleine Angestellte. Sie waren erfolgreich, hatten Geld, Eigentumswohnungen oder Häuser, die Autos waren neu gekauft und keine Kleinwagen. Gut, sie konnte mithalten, in allen Punkten. Selbst als sie soviel gesoffen hatte, dass es jeder im Büro merkte, hatte sie ihre Arbeit abgeliefert und war unter den besten der Abteilung gewesen. Dann der Tag, als sie zu betrunken war, um zur Arbeit zu gehen. Sie hatte sich krank gemeldet, war mit dem Taxi zu einem Arzt weit ausserhalb der Stadt gefahren, jemand der sie auf keinen Fall kannte. Drei Monate Kur, offiziell hatte sie einen Unfall.

Man hatte ihr gesagt, sie müsse das Problem beim Namen nennen und sie wollte auf jeden Fall hier bei diesen Frauen, die ehemals so vertraut waren, zum ersten Mal sagen, warum sie nichts trank.

Was hatte ihr Gegenüber gesagt? Einsamkeit. Ja klar Einsamkeit kannte sie auch. Sie konnte mitreden. Die leere Wohnung, die Scheidung, der viel zu späte Entschluss Kinder zu wollen und die Tatsache keinen Partner dafür finden zu können, der tauglich war. Sie sagte, es läge vielleicht an den zu hohen Ansprüchen, die mit den Jahren nicht weniger wurden. Die anderen nickten, lachten erzählten ihre kleinen Katastrophen.
Ihre Nachbarin erzählte von der Beerdigung ihrer Mutter. Das Gefühl etwas verbotenes zu tun, als sie ihre Sachen für den Nachlass durchsehen musste. Als sie Fotos von einem ihr unbekannte Mann fand. Auf einem der Fotos stand, er wäre ihr biologischer Vater. Kein Name, keine Adresse nur unbeantwortete Fragen.
Anscheinend hatten alle Problem. Alle litten an sich selbst, egal wie gut die Fassade nach aussen auch glänzte. Vielleicht war es wirklich so, dass ihre Furcht ausgelacht zu werden sie isolierte. Ihr Schweigen war vielleicht das eigentlich Schlimme und nicht ihre Sorgen und Ängste.
Wenn sie nicht jetzt mit dem Schweigen brach wann dann? Was sie trinken wolle fragte ihr Gegenüber. Eine Mangosaftschorle, ich hab die letzte Jahr zu viel getrunken. Ich bin Alkoholikerin.

09 Januar 2009

Information

Stay friends ist Scheiße!
Geldmache und schlecht übersichtlich.
Wer mich sucht findet mich auf facebook (Seit gestern).
Nein ich will nicht zu Studi VZ.... bin ja kein Studi.

in diesem Sinne und auf bald in der virtuellen Welt.

07 Januar 2009

Was vom Jahre übrig war

.....und am Ende diesen Jahres übrig sein soll.
Freunde 
Party 
Spiritualität
Vertrauen
Steigerung der Kreativität und das Ausleben dessen
viel Lebenshunger und Lebenssatt
Freude an Bewegung
interlektuelle Herausforderungen.... Auch intellektuelle und natürlich ein Heilmittel gegen Legasthenie
das übliche eben