28 Mai 2013

Ein Gedankengang zum Kinderwunsch oder Nicht-Kinderwunsch


Ich werde keine Kinder bekommen, weil ich keine Kinder bekommen will. 
Natürlich sind wir alle total emanzipiert und leben in einer Gesellschaft, in der man alles werden kann – auch als Frau.
Offen damit umzugehen und dazu zu stehen, dass ich keine Kinder kriegen will, ist nach meiner Erfahrung nicht immer klug.

Wir Frauen sind zwar nicht mehr nur zum Kinderkriegen da, die Sparkassenwerbung vor einigen Jahren hat das bestätigt – Kinder sind keine Altersvorsorge:
Soweit so gut, aber... Ja Aber eigentlich sollten wir doch welche bekommen.

Als uns als Ehepaar langsam klar wurde, dass wir keine Kinder haben wollen, gingen wir sehr offen damit um. Die Gründe hierfür wechselten im Laufe der Jahre mehrfach, aber der Grundgedanke blieb, wir wollten keine Kinder.
Die erste Motivation, uns gegen Kinder zu entscheiden, war unser ehrenamtliches Engagement. Wir wollte unsere Zeit komplett Gott schenken und arbeiteten ehrenamtlich in einer Jugendkirche mit, was damals viel Spass machte.
Uns war klar, dass Kinder unser Leben verändern würden und wir massiv unsere Zeiteinteilung verändern müssten.
Ich hatte einige negative Beispiel gesehen. Eltern, die nichts in ihrem Leben änderten, einfach weiter mit ihrem Säugling auf Konzerte, Workshops und Konferenzen gingen und nach dem zweiten und dritten Kind musste sie dann zu Hause bleiben, denn anscheinend wollten die Frauen es so.
Das Standardrollenmodel, dass sie zu Hause bleibt und er sich weiterhin selbst verwirklichen darf, sie tut es ja bereits mit dem Kind, kam für uns nicht in Frage, ebenso, das Model sie geht arbeiten und er bleibt zu Hause, kam für uns nicht in Betracht.
Ich wollte aber mein Leben mit meinem Mann verbringen und mit ihm gemeinsam Sachen machen, ich wollte nicht, dass wir eine Projektgemeinschaft werden.
In den ersten Ehejahren war es ohnehin kompliziert genug gewesen und wir hatten endlich unseren Rhythmus gefunden.
Später zogen wir nach Stuttgart und hatten neue Prioritäten.
Dann kam eine Phase von etwas eineinhalb Jahren in denen ich mir nicht mehr sicher war, keine Kinder zu wollen. Vielleicht wollte ich doch? Ich arbeitete in einer Einrichtung für Kinder und Jugendliche mit schweren mehrfachen Behinderungen. Anscheinend entwickelte ich eine fürsorgliche Seite und man attestierte mir, dass ich eine gute Mutter wäre. Der Kinderwunsch kam dann auch. Im Rückblick würde ich sagen, er kam weil die Arbeitsbedingungen immer unerträglicher für mich wurden.
Ich entschied mich zum Stellenwechsel. Wir wollten die Probezeit abwarten und dann loslegen mit dem Kinderzeugen. Nach der Probezeit, fehlte der Kinderwunsch. Ich war wieder glücklich in meinem Job. Vermutlich wäre ein Kind eine gute Flucht gewesen, aus einer extrem unbefriedigende Arbeitsstelle zu flüchten. Verständlich, natürlich, das machen viele Frauen und dennoch ist es nicht weniger egoistisch, als keine Kinder zu bekommen, oder?

In einem Gespräch mit meinem Schwager, sagte ich mal, das ich durchgehend bis zu Rente in alle Kassen einzahle und somit eine soziale Verantwortung tragen würde und durchgehend für die Gesellschaft arbeite und auch in die Sozial -und Rentenkasse einzahle.
Er belehrte mich eines besseren. Es ist wesentlich sozialer, Kinder zu bekommen, die später unsere Rente Zahlen – Stichwort: Generationenvertrag.
Heute glaube ich, dieses Argument nur vorgebracht zu haben um nicht vor anderen, aber vor allem nicht vor mir selbst als egoistisch dar zu stehen. Denn als Frau sollte man das besser nicht sein. Ein egoistischer Mann ist weitaus angesehener, als eine egoistische Frau.
Das begründe ich mit meinem persönlichen Umfeld. Ich kenne nicht eine Frau die ihre Karriere oder Träume in dem Ausmass lebt, wie Männer es tun. Sie verzichten meist auf alles oder sie überschlagen sich, um alles unter einen Hut zu bringen.

Man hat mir mitgeteilt keinen Lebenssinn zu haben, wenn ich keine Kinder bekomme und natürlich bin ich egoistisch. Ja das bin ich. Mir ist der Preis zu hoch und der Kinderwunsch zu klein.

Ich werde im Alter alleine sein und keine Enkel haben, weil ich keine Kinder habe die mir Enkel machen können. Hat meine Mutter auch nicht und sie hat mich. Allerdings hätte sie auch nichts von den Enkeln, da wir 480 Kilometer auseinander wohnen.
Ihr ist das egal, sie möchte gerne Fotos haben und sie herumzeigen. Da ich keine Kinder habe, entfällt das und sie leidet, weil ich keine Kinder haben will.
Mir wurde auch schon mitgeteilt, dass ich im Alter auf mich allein gestellt bin, da ich keine Kinder habe, die mich pflegen werden. Statistisch gesehen hätte irgendein Kind nicht gereicht; geschlechtlich meine ich, es hätte schon ein Mädchen sein müssen.
Jungs übernehmen die Pflege ihrer Eltern drei mal weniger als Mädchen.
Kinder wegen der Altersvorsorge oder als Pflegegarant zu zeugen, finde ich wiederum ebenso egoistisch.
Es gibt unterschiedliche Gründe warum Frauen/Paare keine Kinder bekommen. Manche können nicht und per se davon auszugehen, dass sie Kinder kriegen wollen und können, finde ich fast schon zwanghaft.
Mir wurde auf den Bauch geklopft und ich wurde gefragt, wann es denn soweit wäre.
Ich hätte so gerne gesagt:“ Ich habe grade eine Unterleibsoperation hinter mir, weil ich Krebs habe. Die Brüste kommen nächste Woche dran“, oder „wir kommen gerade von der künstlichen Befruchtung und hoffen, dass es diesmal klappt“.
Ich kenne genug Beispiel die es versuchen und versuchen und es nicht an die große Glocke hängen. Und diese Frauen/Paare leiden unter den Selbstverständlichkeiten des Vermehrens.
Ich freue mich über jede Frau die Kinder möchte und bekommt. Aber ich möchte ebenso erfreulich sein, wenn ich keine Kinder bekomme.

21 Mai 2013

Antwort auf einen Post ..... Jesus Freak und wofür würdest du sterben


Nach Deinem Post, lieber Andi habe ich mir überlegt wie es mir mit der Feststellung, du bist doch so ein Jesusfrak, geht.
Es ist mir peinlich, weil ich so viele meiner Geschwister peinlich finde und mich ihrer schäme und das sind noch die oftmals nette Gefühle.
Ja den Jesus habe ich nach wie vor lieb. Ich bin ein Gottfan, ein Jesusanhänger ein Jesusfreak und ich stelle fest, dass ich es oft trotz der Bewegung und trotz meiner Geschwister bin.
Ich stelle fest, dass ich Euch (liebe Geschwister im Allgemeinen) einzeln sehr liebe und in der Masse unerträglich finde.
Wenn die Massendynamik losgeht, die grosse Kollektivmeinung kommt, möchte ich laufen gehen... weit weg. Da ist mir egal ob die lieben Geschwister nun katholisch, freakisch, emergent oder charismatisch sind – nur weg.
Es ist oft so anstrengend an den vielen offiziellen Meinungen vorbei Eure Meinung herauszufinden. Da bin ich dann lieber face to face bei Kaffee oder Bier.
Erschreckender Weise kommt dann öfter mehr der Gnade und Liebe Christi rüber, als im Rudel.
Und dennoch gehören wir wohl zur gleichen Familie.
Allerdings muss ich Euch nicht lieben, mögen und bejubeln.... Ich versuche die unter Euch, die mir peinlich sind zu respektieren eventuell zu ehren, wenn ich es schaffe.
Und um den Kreis zu schließen lieber Andi, ich würde mein Bein, meinen Arm oder andere Gliedmaßen nur hergeben, wenn es die Situation erzwingt. Wenn einzelne bedroht sind, als Menschen und ich sie damit retten könnte, dann würde ich es tun. Für meinen Glauben, bevor ich ihn verleugne würde ich eher dafür sterben.
Aber für eine Ideologie oder eine damit zusammenhängende Bewegung NEIN.

02 Mai 2013

Gewonnen

Ich habe es wirklich geschafft.
In dreißig Tagen habe ich 50400 Wörter geschreiben. Man sollte es einen Roman nennen können, wenn....
Ja wenn ich nicht mehrfach, den Charakter der Figuren hätte ändern müssen,  Leute komplett rausgestrichen hätte und das Ende nicht so pathetisch und lahm wäre.

Trotzdem bin ich zufrieden.
Ich habe festgestellt, dass ich wirklich am Stück schreiben kann und das länger als zwanzig Minuten.
Ich weiß jetzt viele Dinge, die man besser nicht macht und einges, was man machen sollte.

Die Geschichte an sich ist cool gewesen, aber hat sie wirklich genug Potenzial um mehr als eineKurzgeschichte zu sein?
Für 500000 Worte wares zu lang.

Werde ich noch mal an einem Camp teilnehmen?  Ich denke schon.
Werde ich an der Geschichte weiter arbeiten und Dir lieber einziger Leser Einblick geben.... vielleicht.
Ich möchte es gerne.