30 Januar 2015

Was soll der Blog?

 Bei den Schreibdilettanten habe ich letzte Woche gelernt, dass man auf alle Fälle ein Ziel haben muss beim Bloggen.
Eine Struktur muss der Blog haben und ein Thema verfolgen.
Ich habe meine Blog darauf hin untersucht und festgestellt, es gibt kein Thema, dass sich durchzieht. Das einzige, was ich richtig zu machen scheine ist, dass mein Blog eine Regelmäßigkeit hat.
Da ich keine Berühmtheit bin oder mit einer Berühmtheit lebe, muss ich mir entweder ein durchgehendes Thema für den Blog suchen oder berühmt werden.
Welches Thema ist so sehr meins, dass ich einen wöchentlichen Post daraus machen könnte?
Worüber weiss ich so viel, dass ich Expertin bin? Glaube und Jesus? Krankenhaus? Blind und noch ein bisschen mehr behindert? Schwaben – das Land und die Leute? Frau, Anfang Vierzig, verheiratet? Kinderwunschlos glücklich?
Die Überschrift des Blogs lautet Gedankengeschwätz und das ist der Inhalt. Alles, was mir durch den Kopf irrt und lange genug dort bleibt, schreibe ich auf.
Es sind viel Themen und dementsprechend habe ich keine klare Leserschaft, die mich regelmäßig liest außer der Leute die mich kennen.
Soll ich nun aufhören, mir ein Thema suchen oder eine Blogberühmtheit werden?

Ich könnte auch einfach weiterhin bloggen wie bisher und hoffen, dass die für gut befundenen Beiträge verlinkt und geteilt werden.

Also ab jetzt steht unter meinen Posts

WENN DIR DER BEITRAG GEFALLEN HAT, VERLINKE UND LIKE IHN AUF DEINEN LIEBLINGSPLATTFORMEN.

Wer mich regelmäßig lesen möchte und oder die Beiträge auf seine Lieblingsplattform verlinken will – RSS feed mich.

24 Januar 2015

Du bist doch Christ......

Du bist doch Christ, warum schreibst du nicht über Gott und deine Beziehung zu ihm?

Mir fällt es schwer zu sagen, dass ich an einen Gott glaube – und das tue ich – der den Anspruch erhebt, der einzige Gott zu sein.
Gerade in der westlichen Welt, ist man damit schnell ein radikaler Bombenleger oder Nazi. Ich glaube an Gott, seinen Sohn Jesus Christus und daran, dass sein Tod am Kreuz das Ticket zu Ewigkeit ist, allerdings muss man das Ticket schon abholen.
Es ist total unhip zu sagen, dass es nur einen Gott gibt – da ist man sich gesellschaftlich größtenteils einig. Wir leben in einer Zeit in der man alles machen darf, alles sagen darf und alles glauben darf, solange es niemanden ausschließt.
An einen einzigen Gott zu glauben, ob man sich jetzt Jude, Moslem oder Christ nennt, ist engstirnig, intolerant und gemein – was ist denn mit den griechischen Göttern oder der großen Mondin und ihrem Gehörnten und überhaupt sind nicht alle Götter ein Gott?

Was unterscheidet mich von fundametalistischen Islamisten, abgesehen von einer Burka oder einem Bombengürtel? Bin ich nicht ebenso intolerant?
Ist mein Glaube nicht ähnlich unglaubwürdig und zweifelhaft, wie der Glaube des fünf mal betenden Moslems, der sich abends gerne mal einen ballert?
Wer weiss eigentlich am Besten, wie mein Glaube auszusehen und gelebt zu werden hat?
Und warum schreibe ich über jeden Scheiss aber nicht über meinen Jesus?

Weil alles, was ich liebe fragil ist. Wenn man mich näher kennen lernt, lernt man auch mein Herz kennen. Dann stellt man bald fest, dass ich nicht nur taff und krass, sondern auch ziemlich sensibel bin. Wenn es um Themen geht, die mein Herz berühren, bin ich vorsichtig. Das hänge ich nicht gerne aus dem Fenster, damit jeder seine Spottmunition darauf richten kann.
Bei Jesus geht es nicht nur um eine Thema, er ist eine Person, mein Freund, jemand der mir sehr wichtig ist. Ich will meine Beziehung nicht auf politcal correctness korrigieren, damit ich von ihm reden darf.
Wenn ich dies aber nicht tue, bin ich wohl für den einen oder anderen so, wie die Christen in Amerika die den dummen Busch gewählt haben – ich meine den dummen Sohn nicht den Vater.

Wie ein guter Christ lebt, weiss ausser meinem inneren, sehr hohen Regelbewußtsein vor allem der, der Glauben doof findet. Wenn sie so ein toller Christ ist, warum lästert sie dann? Wenn Jesu doch ihr Vorbild ist, warum dies und warum das nicht..... Wer von sich behauptet Christ zu sein, muss nach einem bestimmten Maßstab leben. Man muss moralisch, fair, immer freundlich und noch einiges mehr sein.
Bei meinem Glauben geht nicht um Verhalten. Jedenfalls nicht in erster Linie. Es geht um eine Beziehung zu Gott und Jesus, wobei das eins ist.
Ich mag Jesus. Ich mag ihn weil er nett, geduldig und ziemlich witzig ist. Ich bin ihm dankbar, weil er für mich gestorben ist und für den Rest von uns – ich hätte das nicht getan.
Ich will nicht missverstanden werden und über etwas schreiben, was mein Leben zutiefst verändert und geprägt hat fällt mir schwer.
Ich will nicht kontrollieren, wer meinen Blog lesen darf und somit darf sogar mein Vermieter oder mein Chef ihn lesen. Will ich denen aber erklären, dass ich ab und zu Gottes Stimme zu hören meine? (Die Stimme ist übrigens sehr nett, leise und sehr weit weg von dem wie man sie sich vorstellt, dass Gottes Stimme zu sein hätte – keine Donnerstimme aus brennenden Büschen)
Wir leben in einer Gesellschaft, in der das Hören von Stimmen, die andere nicht hören, als verrückt eingestuft wird. Möchte ich als verrückt angesehen werden? Nein!!!
Allerdings bin ich erst als krankhaft verrückt einzustufen, wenn die Stimme mich oder andere in Gefahr bringt. Bis dahin bin ich genauso gesund, intolerant oder verrückt wie Billy Graham, der Papst, Franz von Assisi und alle anderen Christen.

17 Januar 2015

Massvoll


Falls es noch nicht bekannt war, ich bin masslos.

Aus einem Stück Schokolade wird eine Tafel.

Ein Teller Spaghetti reicht nicht, da müssen zwei her und wenn ich schon laufe kann ich auch gleich einen Halbmarathon planen, sonst muss ich gar nicht vor die Tür.

Falls ich jemals in die Politik gehen sollte, wird bestimmt zügig der Wunsch nach Weltherrschaft in mir wach.

Wenn ich Alkohol trinke, stelle ich erst am nächsten Tag fest, wo das letzte Glas hätte sein sollen – meist einige Gläser hinter dem wirklichen letzten.

Wenn ich das mit dem Masshalten könnte, würde ich nicht alle drei bis vier Jahre bei den Weightwatchers landen und weniger oft bis nie einen Kater haben.

Ein Kollege von mir meint, dass Dummheit frisst und Intelligenz säuft. Dann bin ich wohl eine Schlaue Dumme ( wenn ich mit den Weightwatchers anfange) oder eine doofe Kluge.

Auf jeden Fall bin ich masslos und das nervt.

Ich wäre gerne ausgeglichener.

Ich merke erst nach dem zweiten Teller, dass ich nach dem Ersten schon satt war, dass eine Stunde Schlaf zu wenig ist – egal wie spannend das Buch war und dass auch mein Tag nur vierundzwanzig Stunden hat.

Der Mensch sucht stets nach einem Ausgleich. Wenn man also zu viel arbeitet muss man mehr feiern, wenn man zu wenig schläft isst man zu viel und das kann man endlos in alle Lebensbereiche durchbeispielen.

Was will sie denn jetzt?

Ich will mehr Ausgewogenheit ohne Masslosigkeit haben.

Ich kann am Besten über kurze Zeiträume Dinge starten. Ich bin ein Projektmensch. Das Projekt heisst seit heute massvolle Abstinenz.

Bis zum vierten April werde ich folgende Dinge tun oder lassen. Ich will wieder mindestens fünf Stunden schlaf haben (auch vor Frühdiensten), sieben wären Luxus.

Ich will essen bis ich satt bin und nicht bis ich vollgefressen bin.

Und so weiter und so weiter. Ach ja und ich verzichte bis dorthin auf Alkohol.

Projekt massvolle Abstinenz go.

09 Januar 2015

Brotjob und Leidenschaft

Ich laufe mal wieder.
Nach dem neuen Jahr geht es so richtig los, habe ich mir gesagt und es auch gleich in die Tat umgesetzt.
Man muss seine guten Vorsätze oder Vorhaben innerhalb von 72 Stunden in die Tat umsetzten also anfangen, sonst hat man ein 98% Chance zu scheitern.
Wie auch immer ich bin gelaufen, vor der Nachtwache - jetzt bitte Applaus und so - und zum ersten mal mit Stirnband und neuen Kopfhörern.

Beim Laufen begegne mir immer wieder die gleichen Verdächtigen. Die dicken Hausfrauen, die athletischen Teenager und die alten Herren in vierhundert euro teurer Kleidung -  den Preis der Schuhe nicht mit eingerechnet.
Ausserdem begegnen mir Enten und manchmal auch Gänse. Die machen am Rosensteinpark halt um sich vor dem großem Flug in den Süden auszuruhen.
Und dann sind da noch die kuriosen Begegnungen. Ein Mann geht immer im Kreuzschritt den Berg hoch und redet in einer nicht verständlichen Sprache. Vielleicht proklamiert er irgendwas oder betet laut oder segnet den Park Stuttgarts. Vielleicht er lästert bei einem imaginären Freund über die dummen Läufer ab.
Er ist verlässlich um neun Uhr morgens ist er auf dem Weg zum Rosensteinschloss hoch, wenn er mir auf dem Abwärtsweg Richtung Wilhelma begegnet, weiss ich, dass ich zu spät bin.
Abends ist das umgekehrt.    
Am Dienstag war ich mit meiner tollen neuen Stirnlampe, meinen Gedanken und Seed unterwegs. Stirnlampe auf dem Kopf und Seed auf den Ohren - andersherum hätte es wenig Sinn gemacht.
Und dann habe ich nachgedacht über Ziele und Prioritäten.

Lauf los, denn deine Träume renn'. 
Mal abgesehen von dem Traum einen zehn Km - Lauf in einer Stunde zu rocken und den Stuttgartlauf dieses Jahr zu meistern, habe ich ganze Listen mit Träumen, die noch gelebt werden wollen.
  Ich will mir später nicht selbst vorwerfen, dass ich aus Angst und Feigheit vor dem Umbekannten oder eventueller Konsequenzen, nicht alles versucht habe um meine Träume zu erreichen.
Ich bin aus dem Alter raus, in dem man seine Eltern für das eigene Elend verantwortlich machen kann. Es bleiben also nur ich, die Menschen, die mich lieben und Gott, um den Griff nach den Sternen zu versuchen.
Wenn nicht jetzt, wann dann?

Hau rein Man oder lass es sein dann hast du
Wenige Dollar, was gesünder sein kann
.............
Du musst nur wählen, dann kann dir keiner erzähln:
Du hast das Leben verpennt, du bist'n lebendes Hemd,



Was will ich? Gehaltserhöhungen sind toll und ein Job der mehr Geld verspricht ist erst mal nicht zu verachten. Aber will ich das?
Das Geld ja, den Job? 
Will ich fünfzig Stunden die Woche arbeiten und dabei vergessen, was meine Leidenschaft ist?

Ich bin nicht gegen viel oder harte Arbeit. Wenn die Arbeit Teil der Leidenschaft ist und das Geld nicht der einzige Arbeitsgrund, kann das toll sein.
Ich habe zwei Jobs. Einen Brotjob, der die Kohle für die Miete finanziert und dann den Leidenschaftsjob. 
Wenn ich klar sagen könnte, dass ich meinen Brotjob nur zur Finanzierung meiner Hobbies ausübe, wäre es einfacher, denke ich manchmal. Dann hätte ich mehr Zeit für den Brotlosjob und würde die restliche Zeit schreiben - natürlich schlaue und anspruchsvolle Sachen.
Nun liebe ich aber den Brotjob, meine Kollegen sind teilweise meine Freunde und da verirre ich mich machmal und denke ich muss noch irgendwas in die Brotjobrichtung studieren.
Das würde aber dazu führen, dass ich keine Zeit mehr für meine brotlose Leidenschaft habe.
Der Brotjob macht Spass und ich gehe meistens gerne zur Arbeit. Ich bin gerne Krankenschwester, ich mag die Arbeit auf unserer Intensivstation.

Ich habe mir vorgenommen dieses Jahr die Möglichkeiten der beiden Richtungen abzuwägen und dann eine Entscheidung zu  treffen.


Die lieben Leser dürfen gerne ihren Senf dazu geben.

02 Januar 2015

Vorsätze und Scheitern

 Ich höre sie, die zwei Stimmen, die mir sagen ,was sie wollen.
Leider widersprechen sie sich und ihr Gerede hat es nichts mit dem Ergreifen der Weltherrschaft oder einer steuerfreien Million in der Schweiz zu tun.
Die eine Stimme, ich nenne ihn den Idealisten, will mehr Sport machen, gesünder essen und einen Bestseller schreiben. Ich mag ihn.
Die andere Stimme, will auf der Couch liegen und bei Mc Donalds essen während wir dumme Serien gucken. Sie nennt sich situationsabhängig, Stimme der Vernunft oder Realistin.

Ich kenne die Beiden seit Jahren. Sie warteten am Schuleingang auf mich, wenn das neue Jahr begann und stritten den Weg bis zum Klassenzimmer durch. Der Träumer glaubte mit neuen Stiften und Heften einen Anfang für ein erfolgreiches und fünfenloses Schuljahr zu starten – sozusagen als Disziplinansporn.
Die Realistin lachte ihn aus und erklärte mir wie schön man mit den Lineal die Striche für die Stadt, Land Fluss - Spalten ziehen könnte. Ausserdem wüsste ich doch, dass ich unter Druck zu Höchstformen auflaufe und eh versetzt würde.
Als ich sitzen blieb sagte sie mir, dass ich den Stoff schon kenne und meine Zeit besser mit Rauchen auf dem Schülerklo verbringen sollte. Der Rest ist Geschichte.

Jedenfalls hängen die Beiden immer noch bei mir rum und versauen mir das Leben. Wenn der Träumer nicht so ein rückrathloser Penner wäre, könnten wir die Realistin überwältigen und in den Schrank sperren.
Was tut er stattdessen? Er stimmt ihr zu und fährt uns zu Mc Donalds.
„Wir könnten heute mit dem Buch anfangen“, sage ich zaghaft von der Rückbank. „oder wir gehen zwanzig Minuten laufen.“
„Wenn wir nicht vier Stunden schreiben und mindestens eine Stunde laufen und dabei zehn Kilometer abrocken, bringt das nichts.“ , fährt sie mir über den Mund.
Er nickt „Wenn wir nicht die besten sein können, lassen wir es besser.“ Dann verspricht er mir ein Eis mit Karamellsauce.

Bekannt und abgenudelt, die guten Vorsätze und der innere Schweinehund. Die Weightwatcherskundenkartei verdoppelt sich im Januar und Fitnessgeräte kann man im Februar billig auf ebay Kleinanzeigen finden.
Werden nur die guten Vorsätze die löblich sind, auf die wir aber keinen Bock haben, nicht in die Tat umgesetzt? Oder scheitern wir weil die Ziel zu hoch gesteckt sind? Wer hat schon Freude wenn er nach fünfzehn Jahren Couch, dreißig Kilo Übergewicht um den See jagen soll?
Der Gedanke alleine macht einen schon fertig.
Wer traut sich mit dem Stricken anzufangen, wenn die Nachbarin in drei Tagen einen Cashmirpullover mit Zopfmuster macht?

Liegt es an den hohen Zielen, die wir haben und stecken wir diese Ziele zu hoch, damit wir scheitern werden und sagen können „War mir zu schwer“ ohne uns zu blamieren?
Wer nicht mit Achtzig einen Marathon läuft, für zweihundert frierende Weisenkinder aus Sibirien Boshimützen häkelt oder über Nacht von der Straßenmusikerin zur gefeierten Sopranistin wird, ist Durchschnitt.
In einer Gesellschaft in der es immer um herausragende Leistungen geht und die Meisten unter uns zur Durchschnittlichkeit verdammt sind, ist Resignation Notwehr.

Bla Bla alles Klar. Also keine guten Vorsätze, weil wir alle Durschschnitt sind und an unseren zu hoch gesteckten Zielen scheitern werden?

Wir können ja morgen scheitern, aber heute fangen wir an.